Leguminosenanbau

Klee und Luzerne im Fokus

Leguminose
Vanessa EnglhartLfL Pflanzenbau, Freising
am Dienstag, 08.12.2020 - 05:43

Eine Zwischenbilanz zum Demonetzwerk KleeLuzPlus.

Sie binden Stickstoff und sind heimische Eiweißlieferanten – nicht umsonst sind Leguminosen bei vielen Praktikern beliebt. Ihre Potenziale sind aber noch nicht ausgeschöpft – um das zu ändern, wurde das Demonstrationsnetzwerk KleeLuzPlus gegründet. Es soll die Potenziale aufzeigen sowie den Anbau und die Verwertung kleinkörniger Leguminosen ausweiten. Daran arbeiten neun institutionelle Partner deutschlandweit.
Inzwischen sind im gesamten Netzwerk 72 Demonstrationsbetriebe in sieben Aktionszentren in ganz Deutschland beteiligt. 60 % der Betriebe wirtschaften konventionell und 40 % ökologisch. Obwohl der Großteil der Demobetriebe über alle Aktionszentren hinweg hauptsächlich Klee- bzw. Luzernegrasmischungen anbaut, sind im Netzwerk auch Klee-Luzerne-Gemische und reine Kleebestände vertreten.

KleeLuzPlus in Bayern

In Bayern gibt es elf Demonstrationsbetriebe. Nachdem 2019 schon zwei Felddemonstrationen als Herbstaussaat auf dem konventionellen Betrieb von Tobias Volkert in Mittelfranken und auf dem ökologischen Betrieb von Peter Oberhofer in Niederbayern angelegt werden konnten, wurden im Frühjahr die übrigen Felddemonstrationen im Aktionszentrum Süd-Ost angelegt. Getestet werden dort unter anderem verschiedene Saatverfahren sowie verschiedene Mischungen von zahlreichen Saatgutpartnern – und das auf sommertrockenen Standorten mit sandigen Böden bis hin zu Gunstlagen mit Löss-/Lehmböden.
Die Saat war gut aufgegangen, die Veranstaltungen hätten starten können – dann kam der Corona-Lockdown. Online-Veranstaltungen ersetzten Feldbegehungen, die nächste Veranstaltung findet am 10. Dezember zum Thema „Futterwirtschaft und Silagequalität: Gutes Grundfutter aus Klee und Luzerne“ statt.

Digitales Feldtagebuch

Zusätzlich wurde ein digitales Feldtagebuch ins Leben gerufen. Darin berichten die Betriebsbetreuer über die aktuellen Themen auf den Betrieben – vom richtigen Mischungspartner zu den Leguminosen über Schnitt- und Weidenutzung bis hin zur richtigen Düngung mit Schwefel, Kalk und Grundnährstoffen. Und auch das erste Demonet-Video ist online. Es zeigt die Herbstaussaat verschiedener Luzernegrasmischungen auf einem Demo-Betrieb in Nordrhein-Westfalen und deren weitere Entwicklung.
Zudem gibt es Feldschilder an den Demonstrationsflächen. Diese beschreiben die jeweiligen Varianten und gehen auf Besonderheiten der Betriebe ein. Durch die Feldlotsen, die über einen QR-Code verlinkt sind, kann man aktuelle Infos zu den Demoparzellen abrufen.

Schwefeldüngung von Luzerne-Kleegras

Insbesondere feinsamige Leguminosen haben einen merklichen Schwefelbedarf. Das zeigen auch einjährige Testversuchen auf bayerischen Ökoflächen: Rund 50 % der Schläge mit Kleegras reagierten positiv auf eine S-Gabe. Aber wie viel Schwefel braucht so ein Bestand – und welchen Einfluss hat die Schwefelform? Das wurde anhand von zweijährigem Kleegras untersucht. Dabei wurden unterschiedliche Düngemengen verglichen, ebenso Sulfatdünger und elementarer Schwefel.

Im ersten Hauptnutzungsjahr (HNJ) zeigte sich die schnellere Verfügbarkeit der Sulfatform – welche nicht erst wie elementarer Schwefel in eine pflanzenverfügbare Form umgewandelt werden muss – bereits zum ersten Schnitt. Auch die Düngung des elementaren Schwefels bereits zur Saat des Kleegrases im August oder im Herbst des Ansaatjahres änderte hieran nichts. Anscheinend konnten aber die Pflanzen im zweiten HNJ von der Düngung des elementaren Schwefels im ersten HNJ profitieren.

Verglichen mit den ungedüngten Varianten, führte eine S-Düngung in beiden HNJ – unabhängig von der Düngungsform und Düngungshöhe – zu Mehrerträgen im Luzerne-Kleegras. Auch wenn im ersten HNJ das schnell pflanzenverfügbare Sulfat dem elementaren Schwefel – insbesondere beim ersten Schnitt – überlegen war, konnte aber in Summe zwischen den beiden Sulfatdüngern kein signifikanter Unterschied festgestellt werden.