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Trockenheit

Kichererbsen gegen den Klimawandel

Kichererbsen passen gut zum Standort in der Magdeburger Börde.
Johanna Fry
am Montag, 17.10.2022 - 11:06

Landwirt Jonas Schulze Niehoff baut seit vier Jahren Kichererbsen an. Mit ihrerRobustheit gegenüber Hitze und Trockenheit passt die Leguminose gut in die Fruchtfolge.

Langsam perlen die Regentropfen von den fein gefiederten Blättern. Auf den weiten Flächen der Magdeburger Börde wirken die kleinen, krautigen Pflanzen fast unscheinbar. Nur ihre großen, hellgrünen Hülsen fallen auf. „Die Kichererbsen haben die Trockenheit gut überstanden“, sagt Jonas Schulze Niehoff. „Das ist der erste Regen seit Langem.“ Der Landwirt bewirtschaftet einen Bioland-Ackerbaubetrieb mit 400 ha in Sachsen-Anhalt. Vor vier Jahren ist er in den Kichererbsenanbau eingestiegen und war damit einer der ersten Landwirte in Deutschland. Entstanden ist der Anbau der neuen Kultur aus einer spontanen Idee. Schon vorher fand sich die Kichererbse häufiger auf dem Speiseplan der Familie.

Kichererbsen im privaten Anbauversuch

„Irgendwann kam am Esstisch die Frage auf: Woher kommen Kichererbsen eigentlich?“, berichtet Schulze Niehoff. Im Internet fand der Landwirt heraus, dass die Eiweiß- frucht vor allem in China, Griechenland und der Türkei wächst, aber auch in Norditalien gibt es Anbaugebiete. Schulze Niehoff überlegte sich, dass Kulturen aus Norditalien mit dem Klimawandel eigentlich auch in Deutschland wachsen müssten. Er beschloss, es auf einen Versuch ankommen zu lassen. Der Landwirt besorgte sich ein Paket mit Kichererbsen für die Sprossenproduktion. „Die haben ausreichende Keimfähigkeit“, erklärt er. Die säte er im Juli einfach im Blumenbeet aus. Am Ende erntete er aus dem Beet immerhin die gleiche Menge Samen, wie er eingesät hatte – und das ganz ohne Pflege oder gar Wissen über die Kultur. Das bestärkte ihn, es mit Kichererbsen auf dem Feld zu versuchen.