Kraut- und Knollenfäule

Kartoffelanbau - der schlaue Fritz

Kartoffel
Karola Meeder Portrait 2019
Karola Meeder
am Donnerstag, 23.05.2019 - 13:09

Ihren Schrecken hat die Kraut- und Knollenfäule immer noch nicht ganz verloren.

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Erdäpfel, Grumbire oder Tuffel, die Deutschen haben viele Namen für „ihre Kartoffel“ – aber Liebe auf den ersten Blick war das damals im 18. Jahrhundert nicht. Nur mit einer List soll es Friedrich dem Großen gelungen sein, die Bauern zum Kartoffelanbau zu bringen: Der Legende nach ließ er Kartoffelfelder anlegen und von Soldaten bewachen, um die Neugier der Bauern zu wecken.

Mit Erfolg, denn die Bauern haben die Kartoffeln geklaut und selbst angebaut – so weit zumindest die Legende. Traurige Wahrheit ist dagegen die Geschichte der Kraut- und Knollenfäule. Immer wieder führte sie zu Missernten und damit zu Hungersnöten – so wie Mitte des 19. Jahrhunderts, als in Irland rund eine Million Menschen verhungert sind.

Auch wenn sie sich heute nicht mehr so verheerend auswirkt, ihren Schrecken hat die Kraut- und Knollenfäule immer noch nicht ganz verloren. Nur mit aufwendigen Strategien haben wir sie im Griff: Die Basis bildet ein gelungener Spritzstart, darauf aufbauend müssen dann die zahlreichen Folgespritzungen richtig gesetzt werden.

Auch die Wirkstoffe müssen richtig gewählt werden – nicht nur mit Blick auf die Wirkung, sondern auch um Resistenzen zu vermeiden. Dazu kommen noch die verschiedenen Umweltschutzauflagen der Mittel. Zwar werden die Landwirte durch Prognosemodelle und das Krautfäule-Monitoring unterstützt – viel Mühe macht die Bekämpfung aber trotzdem. Geht das nicht einfacher? Beispielsweise durch resistente Sorten?

Da gibt es zwei wesentliche Probleme: So eine Resistenz geht zum einen auf Kosten der Qualitätsmerkmale und basiert zum anderen auf einem oder höchstens zwei Genen – nur eine Frage der Zeit, bis der Pilz die Resistenz durchbricht. Darum braucht es stabilere Resistenzen, die auf mehreren Genen und unterschiedlichen Mechanismen basieren – bisher nur Zukunftsmusik, denn um das zu erreichen, braucht es leider weit mehr als eine gewitzte Idee und ein paar Soldaten.