Schädlinge

Im Juni beginnt die Maiszünslersaison

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Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Freitag, 31.05.2019 - 13:20

Durch die kühlen Temperaturen seit Ostern hat sich neben der Pflanzenentwicklung auch die Entwicklung der Maiszünslerlarven verzögert.

Gegenüber dem (allerdings sehr frühen) Vorjahr wird mit einem etwa 2 Wochen späteren Larvenschlupf des Maisschädlings (Ostrinia nubilalis) ab etwa Mitte Juni gerechnet. Das würde wieder dem langjährigen Durchschnittswert entsprechen, meldet das Deutsche Maiskomitee e.V. (DMK).

Der Maiszünsler hat sich in Deutschland zu einem der bedeutendsten tierischen Schädlinge im Maisanbau entwickelt. Der Zeitpunkt des ersten Anflugs der Falter ist weitgehend witterungsabhängig. Gefahr droht, sobald 300° Temperatursumme überschritten sind. 10–14 Tage nach der Eiablage schlüpfen die Raupen. Sie nagen an den Blättern und bohren sich anschließend in die Stängel der Maispflanzen.

Mit zunehmendem Fraß quillt aus den Bohrlöchern deutlich sichtbar Kot und Bohrmehl. Später knicken die Pflanzen um. Vor allem in Baden-Württemberg breiten sich neben der univoltinen Rasse auch bivoltine Maiszünslerrassen aus, die nicht nur eine, sondern zwei Generationen pro Jahr hervorbringen und dementsprechend beobachtet und eventuell mehrmals bekämpft werden müssen.

Dem Maiszünsler können die Landwirte mit mechanischen, biologischen und chemischen Verfahren begegnen. Die mechanischen Verfahren sind weitgehend vorbeugender Natur. Durch Häckseln der Stoppeln und intensive zerkleinernde Bearbeitung nach der Ernte wird der Lebenszyklus des Maiszünslers im Winter nachhaltig gestört.

Eine chemische Bekämpfung kann mit Insektiziden erfolgen. Einige Mittel können bereits zur Eiablage eingesetzt werden. Später im Lebenszyklus des Maiszünslers wird der Einsatz von Insektiziden mit klassischen Geräten schwieriger, weil der Mais zu groß geworden ist. Dann empfiehlt sich die biologische Bekämpfung mithilfe von Multikoptern aus der Luft. Mit den ferngesteuerten Fluggeräten werden Trichogramma-Schlupfwespen in kleinen Kugeln über den Maisfeldern ausgebracht. Die natürlichen Gegenspieler des Maiszünslers können allerdings auch per Hand im Feld verteilt werden. Unter www.maiskomitee.de Rubrik Produktion, Pflanzengesundheit, Schädlinge/Krankheiten stellt das DMK weitere Informationen zur Verfügung.

Das Deutsche Maiskomitee e. V. (DMK) rät den Landwirten dazu, Maiszünslerfallen aufzustellen, die Bestände intensiv zu beobachten, auf die Hinweise der Warndienste zu achten und die geplanten Bekämpfungsverfahren rechtzeitig zu organisieren.