Pflege

Junge Maisbestände kontrollieren

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 10.05.2021 - 17:05

Die Schäden durch Fritfliegen- beziehungsweise Drahtwurmbefall, Vogelfraß und Wild sind im Auge zu behalten.

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Bonn – Die reduzierten Möglichkeiten zur chemischen Saatgutbeizung nach dem Verbot von Mesurol, wodurch nun kein Insektizid mehr gegen Fritfliegen und Repellent als Schutz vor Vogelfraß umfassend zur Verfügung steht, fordern die Landwirte zu einer noch stärkeren Beobachtung ihrer Felder nach der Saat auf.

Als Hilfsmittel kann der Bestandesdichtenrechner des Deutschen Maiskommitees herangezogen werden. Mit dessen Hilfe kann die durchschnittliche Pflanzenzahl auf dem Schlag mithilfe der Anzahl aufgelaufener Pflanzen in zehn zufällig ausgewählten Reihen bestimmt werden. So erhält der Maisanbauer Hinweise über die Anzahl und Schwere von Schäden.

Das DMK hatte im vergangenen Jahr eine Studie zum Überblick über die Befallsflächen und deren Verteilung in Deutschland initiiert. Darin wurden neben befallenen Flächen auch Fraßschäden, Schadursachen und eventuell notwendige Nachsaatflächen ermittelt. Die Studie ergab nach dem Autor Dr. Jürgen Rath als häufigste Schadursache die Krähe, gefolgt von Schwarzwild, Fasan, Kranich und Taube.

Etwa 440.000 ha waren betroffen, das entspricht 16 % der gesamten Mais-Anbaufläche. Die mittlere Nachsaat- bzw. Umbruchfläche schwankte je nach Bundesland zwischen 5 und 31 % der Befallsfläche, im bundesweiten Mittel lag diese bei 21 %. Neben Vogel- und Wildfraß wurden auch zahlreiche Flächen mit Fritfliegenschaden gemeldet. Hier kamen bundesweit 355.000 ha zusammen, was rund 13 % der Anbaufläche entspricht. Zusätzlich meldeten Anbauer verstärkten Drahtwurmfraß, der häufig zum Umbruch der Flächen führte.