Kommentar

Hoffnungsträger Soja

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Wolfgang Piller
Wolfgang Piller
am Donnerstag, 13.12.2018 - 09:33

Hoffnungsträger – das Wort beinhaltet zweierlei: Das Versprechen auf eine positive Zukunft, aber auch die Unsicherheiten, die noch bestehen.

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Heimisches Soja gilt völlig zu Recht als Hoffnungsträger. Warum? Erstens: Seine Vermarktungschancen haben sich enorm verbessert. Soja kann jederzeit verkauft werden. Zweitens: Die (errechneten) Deckungsbeiträge der letzten Jahre konnten ganz oft mithalten und zwar sogar mit den meisten der „guten“ Feldfrüchte. Drittens: Mit dem politischen Willen zur regionalen Sojaerzeugung stieg nicht nur der Anbau in rasanten Sprüngen (allerdings beginnend bei quasi null), sondern es wurde auch in das produktionstechnische Know-how investiert. Anbauer können damit auf ein zunehmend profundes Wissen bauen.
Doch es bleiben Unsicherheiten. Zum einen gibt es die Konkurrenz zum Importsoja – nicht nur aus Übersee (da helfen Programme, die Lebensmittel aus gvo-freier Erzeugung fordern), sondern auch zu importiertem, gvo-freiem Soja aus Europa. Serbien, Rumänien und vor allem auch die Ukraine liefern erhebliche Mengen zu uns. Was machen die Erzeugerpreise?, heißt die Frage. Zum anderen gibt es nach wie vor Unsicherheiten im Anbau. In erster Linie geht es darum, auch in ungünstigen Jahren sicher zur Ernte zu kommen. In all den letzten Jahren gab es Sojaerzeuger, die erhebliche Ausfälle verzeichnen mussten, weil die Sojabohne nicht vernünftig abreifte oder vom Unkraut überwachsen wurde.
Dringend nötig sind von daher weitere Versuche, vor allem die Landessortenversuche, um neutral die verfügbaren Sorten zu testen. Noch wichtiger aber sind angepasste Sorten, die ausreichend hohe Erträge und vor allem sichere Erträge gewährleisten. Hier ist das Sojapflänzchen noch ganz klein, es muss dringend gegossen werden und schnell Früchte tragen. Nur dann kann aus dem Hoffnungsträger tatsächlich ein Glücksbringer werden.