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Umweltgefährdung

Hat BUND-Mitarbeiter Vögel mit Branntkalk vergiftet?

Bildunterschrift
Viktoria Hoffmann
am Dienstag, 20.09.2022 - 10:20

Beim Ablassen eines Biotopteichs hat ein Umweltschützer Vögel mit Branntkalk vergiftet. Die Umweltschutzorganisation Der BUND bedauert die Geschehnisse. Bislang ist noch unklar, ob der Vorfall strafrechtlich verfolgt wird.

Ein Umweltschützer der Organisation BUND hat aus Versehen im Naturschutzgebiet Welter Bach mehrere Tiere vergiftet und ein Vogelsterben verursacht. Der Unfall ereignete sich auf einem Privatgelände des BUND bewirtschaftet, wie das Umweltamt des Kreises Coesfeld und der Naturschutzverein bestätigen.

Branntkalk sollte pH-Wert im Teich regulieren

Anscheinend hat der Mann einen Teich abgelassen, um dort Branntkalk auszubringen. Er habe das Wasser abgelassen, um die Fische zu beseitigen, die den Naturschützern zu dominant geworden wären und den Teich leergefressen hätten, wie AZ-Online berichtet. Andere Lebewesen wie Libellen, Frösche oder Erdkröten seien nicht mehr am Gewässer gewesen.

Branntkalk auszubringen sei in der Teichwirtschaft nicht unüblich, um den pH-Wert auf 6 bis 8 zu heben. Außerdem werde dabei vorkommendes Eisen gebunden und Nährstoffe für Fische seien wieder verfügbar.

Wichtig für Teichwirtschaft oder Umweltgift?

Branntkalk hat eine stark ätzende Wirkung. Professionell eingesetzt kann das Mittel zur Desinfektion und Parasitenabtötung verwendet werden. Immer häufiger wird deshalb in der Teichwirtschaft geraten, ganz auf den Einsatz von Branntkalk zu verzichten. In einigen Naturschutzgebieten, wie z. B. in den Rietberger Fischteichen, ist der Einsatz sogar verboten.

Der BUND-Mitarbeiter hat offenbar nicht damit gerechnet, dass Enten und Gänse den Teich auch ohne Wasser aufsuchen würden. Kurz nach der Kalkung landeten die Tiere im Schlamm und pickten nach Futter.

Behörden prüfen Zusammenhang von Vogelsterben und Kalkung

Derzeit steht noch nicht abschließend fest, ob der Tod der Brutvögel mit dem Branntkalk zusammenhängt. Das muss das Kreisumweltamt noch prüfen. Unklar ist auch, ob der Vorfall unter Strafe steht.

Fest steht, dass zehn Enten und zwei Gänse tot sind, wie BUND AZ-Online gegenüber erklärt. Ob der BUND gegen das eigene Mitglied Strafanzeige wegen Umweltverschmutzung erstatten wird, bleibt abzuwarten.