Gentechnik

GVO-Nachweis: VLOG zur Klarstellung aufgefordert

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Externer Autor
am Montag, 07.12.2020 - 10:36

Eine angeblich neue Nachweismethode für gentechnische Veränderungen sorgt nach Aussage von Verbänden für Verunsicherung am Markt.

Für die Ursache einer Genveränderung gibt es nach wie vor kein Nachweisverfahren. Darauf hat der Grain Club gemeinsam mit dem Verband Deutscher Tiernahrung (DVT) und dem Milchindustrie-Verband (MIV) hingewiesen und an den Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) appelliert, dies öffentlich klarzustellen. Denn mit seinen Veröffentlichungen zu einer angeblich neu entwickelten Methode stelle sich der VLOG gegen eine durch Bundesbehörden bestätigte wissenschaftliche Faktenlage und schaffe noch mehr Verunsicherung am Markt, heißt es in einer Stellungnahme von Grain Club, DVT und MIV.

Neue Nachweismethode?

VLOG hatte Anfang September mit Greenpeace, weiteren Organisationen sowie der Handelskette Spar Österreich die erste „Open-Source“-Nachweismethode für eine Pflanze – Raps des US-Unternehmens Cibus – veröffentlicht, deren Erbgut mit einem Verfahren der „neuen“ Gentechnik verändert worden sein soll. Sie hatten die deutschen Behörden aufgefordert, das neue Nachweisverfahren unverzüglich in der Lebens- und Futtermittelkontrolle einzusetzen, um eine illegale Kontamination von Importen mit neuen Gentechnikpflanzen zu verhindern.
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hatte allerdings erklärt, dass das dem Nachweis zugrundeliegende Verfahren eine spezifische Mutation nachweise, die nicht durch Genomeditierung entstanden sei. Das Verfahren könne zudem nicht feststellen, wie die fraglichen Veränderungen der Rapslinien herbeigeführt worden seien. Ein gerichtsfester Befund bei amtlichen Kontrollen auf unbeabsichtigte Anteile von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) sei daher nur mit dieser Methode nicht möglich.

Große Verunsicherung

Laut dem Grain Club herrscht in der Agrar- und Ernährungswirtschaft nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zur Anwendung gezielter Mutagenese mit Hilfe neuer Züchtungstechniken große Verunsicherung. Bei der Einfuhr von Rohstoffen aus Drittländern ohne entsprechende Kennzeichnungspflicht stehe die Branche vor einem kaum lösbaren Problem.
Es sei im Sinne aller Beteiligten, dass schnell Rechtssicherheit geschaffen werde. Nur so könne das Vertrauen in die Kennzeichnung aufrechterhalten werden. Ausdrücklich unterstützen Grain Club, DVT und MIV die Bemühungen, Nachweismethoden für die Ursache einer Genveränderung zu entwickeln. Voraussetzung sei aber eine Analytik, die den wissenschaftlichen und rechtlichen Vorgaben entspreche.
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