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Grünland: Heuer darf bis 1. April gewalzt werden

Wiese-walzen
Dr. Annette Freibauer, LfL Agrarökologie, Freising
am Donnerstag, 05.03.2020 - 17:27

Die bayernweite Fristverlängerung gilt nur außerhalb der Wiesenbrütergebiete

Ab diesem Jahr ist es gemäß Art. 3 Abs. 4 Satz 1 Nr. 7 des Bayerischen Naturschutzgesetzes verboten, Grünlandflächen nach dem 15. März zu walzen. Das Verbot gilt bis zur ersten Mahd. Die Beseitigung von Unwetter-, Wild- und Weideschäden bleibt vom Verbot unberührt.
Den Stichtag können die Regierungen per Allgemeinverfügung gebietsbezogen verschieben – nämlich dann, wenn wegen Witterungsverhältnissen voraussichtlich in erheblichen Flächen das Walzen von Dauergrünland bis 15. März unmöglich ist.

Strukturschäden vermeiden

Gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, Abs. 2 Satz 1 der Walz-Verordnung (Walz-VO) beurteilt die LfL auf Grundlage aktueller Daten und Witterungsprognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), auf welchen Grünlandflächen bei Einhaltung guter landwirtschaftlicher Praxis bis zum 15. März nicht gewalzt werden kann. Dies ist dann der Fall, wenn die Befahrbarkeit nicht möglich ist oder mit großen Bodenstrukturschäden verbunden wäre. Dementsprechend ist das Walzen unmöglich, wenn
  • die Grünlandflächen schneebedeckt sind und/oder
  • die nutzbare Feldkapazität der Grünlandflächen über 80 % liegt und/oder
  • der Zeitpunkt für das Ergrünen des Grünlands über eine Woche in der Zukunft liegt.
2020 begann das Frühjahr sehr früh. Phänologische Meldungen des DWD zeigen bereits ein Ergrünen des Dauergrünlands in Bayern im Laufe des Februars. Die Bodenfeuchte war aber in ganz Bayern sehr hoch. Aufgrund der örtlichen Witterungsverhältnisse und der aktuellen Witterungsprognosen geht die LfL davon aus, dass in ganz Bayern das Walzen von Dauergrünland bis zum 15. März unmöglich ist. Die Regierungen haben deshalb Anfang März 2020 Allgemeinverfügungen erlassen.

Wiesenbrütergebiete: Hier gilt weiterhin der 15. März

Aber Achtung: Dabei ist strikt zwischen der Situation innerhalb und außerhalb von Wiesenbrütergebieten zu unterscheiden. Innerhalb der Wiesenbrütergebiete ist es in allen Landkreisen Bayerns verboten, Grünlandflächen nach dem 15. März bis zum ersten Schnitt zu walzen. Außerhalb der Wiesenbrütergebiete ist auf Dauergrünland in diesem Jahr in allen Landkreisen und kreisfreien Städten das Walzen bis einschließlich 1. April 2020 erlaubt. Je nach Witterungsverlauf entscheiden die Regierungen darüber, den Verbotszeitpunkt erneut zu verschieben.

Habe ich Grünland im Wiesenbrütergebiet?

Die Kulisse der Wiesenbrütergebiete ist über das Fachinformationssystem FiN-Web des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) zugänglich. Auf der Homepage des LfU findet sich auch eine Kurzanleitung zur Benutzung des Systems. Die Informationen zur Wiesenbrüterkulisse sind aber auch in der Feldstückkarte im zugangsgeschützten Bereich von iBALIS verfügbar. Dazu muss in der Legende die Ebene „Wiesenbrüterkulisse“ aktiviert werden.

Die Kulisse der Wiesenbrütergebiete über FiN-Web finden Sie unter www.lfu.bayern.de/natur/fis_natur/fin_web/index.htm