Pflanzenschutz

Glyphosat - sich vorbereiten auf die Zeit danach

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Karola Meeder
am Donnerstag, 15.11.2018 - 10:20

Landwirte sollten sich darauf einstellen, dass Glyphosat in der EU verboten wird.

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Landwirte sollten sich darauf einstellen, dass Glyphosat in der EU verboten wird. Schon 2017 bei der letzten Abstimmung über die Wiederzulassung in Brüssel war es knapp – 2022 wird es sicher nicht einfacher werden. Die Kritik seitens der Öffentlichkeit ist ungebrochen und auch von offizieller Seite werden Stimmen, die nach Einschränkung oder gar Verbot rufen, immer lauter.

Besonders laut war vor Kurzem die Bundesumweltministerin, Svenja Schulze. Geht es nach ihr, wird Glyphosat 2023 verboten sein – das kann man nun finden, wie man will, doch selbst Glyphosatkritikern sollte die Argumentation der Ministerin ein Runzeln auf die Stirn treiben. Als einziges Argument gegen Glyphosat scheint dessen Auswirkung auf die Biodiversität übrig geblieben zu sein. In ihrer Pressemitteilung heißt es: Weil Glyphosat „ohne Unterschiede alle Pflanzen vernichtet“, zerstört es die Nahrungs- und Lebensgrundlage vieler Insekten- und Vogelarten.

Damit hat die Ministerin recht – was sie aber anscheinend vergessen hat ist, dass auch Pflug, Hacke und Co. keinen Unterschied zwischen den Pflanzen machen. Somit schaden auch sie der Biodiversität. Soll künftig also auch die mechanische Unkrautbekämpfung verboten werden? Aber im Ernst: Wenn eine so wichtige Entscheidung getroffen wird, sollte sie auf fachlich fundierten Argumenten fußen.

Ich könnte noch lange philosophieren, an der Realität ändert das aber nichts: Die Zeichen stehen auf Verbot. Landwirte müssen künftig vermutlich ohne Glyphosat zurecht kommen. Das wird manchen mehr Kopfzerbrechen bereiten als anderen – wenn allerdings der Erfolg eines Anbausystems von einem einzigen Wirkstoff abhängt, hätte das schon früher zu Kopfzerbrechen führen sollen. Für alle, die Glyphosat einsetzen ist es also höchste Zeit, passende Alternativen zu finden – und diese auf dem Feld zu testen, solange Glyphosat als Notnagel noch zur Verfügung steht.