Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Studie

Glyphosat schadet Hummeln und Bienen

Thumbnail
Redaktion Wochenblatt
am Dienstag, 07.06.2022 - 16:12

Glyphosat soll dazu führen, dass Hummeln die Nesttemperatur schlechter aufrechterhalten können. Dadurch ist die Brut in Gefahr.

Hummel

Glyphosat kann den Bruterfolg von Hummeln gefährden. Zu diesem Schluss kommt eine deutsche Studie. Demnach können die Hummeln die Temperatur im Nest schlechter aufrechterhalten, wenn das Nahrungsangebot knapp ist. Ohne die Wärme sei die Brut in Gefahr - und damit auch das Überleben des gesamten Wildbienenvolkes, so das Forscherteam im Fachblatt „Science“.

In den vergangenen Jahren haben Studien wiederholt Hinweise darauf ergeben, wie Glyphosat auf Honigbienen (Apis mellifera) wirkt - etwa auf die kognitiven Fähigkeiten oder auf das Immunsystem. So schwächt Glyphosat die Darmflora von Honigbienen und macht sie so anfälliger für Infektionen. Zudem soll es das Orientierungsverhalten von Bienen stören.

Aber wenig ist bislang über die Auswirkungen des Herbizids auf die fast 20.000 Wildbienen-Arten bekannt. Nun untersuchte das Forscherteam der Universität Konstanz Dunkle Erdhummeln (Bombus terrestris), eine der größten und häufigsten Hummelarten in Deutschland.

Die Wissenschaftler richteten dazu ein Labor mit 15 Hummelkolonien ein, die je durch ein Netz in zwei Hälften geteilt waren: Die Futterbox der einen Hälfte enthielt reines Zuckerwasser, während das Zuckerwasser der anderen Hälfte mit Glyphosat versetzt war.