Trockenheit

Die giftigen Kreuzkräuter nutzen die Trockenheit

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Wolfgang Piller
am Donnerstag, 16.08.2018 - 13:49

Kreuzkräuter sind giftige und deshalb gefürchtete Grünlandunkräuter. Und sie scheinen den diesjährigen Dürresommer für ihren Vorteil auszunutzen.

Laut dem Arbeitskreis Kreuzkraut explodiert das Vorkommen des Unkrautes in diesem Jahr. Und das ist nicht verwunderlich: Kreuzkraut gilt als Pionierpflanze und kann Lücken in einer Wiese schnell für sich beanspruchen.

Eben weil es so stresstolerant ist, wurde das Jakobskreuzkraut früher sogar an Straßenböschungen mit angesät. Das passiert nun nicht mehr, „man hat dazugelernt“, sagt Klaus Gehring, Unkrautexperte der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Denn die Pflanze breitet sich deutschlandweit aus. Gerade Pferdehalter fürchten das giftige Kraut, weil es sich vor allem im extensiv geführten Grünland durchsetzen kann. Im (Pferde-)Heu und in der Silage wird es von den Tieren nicht mehr herausselektiert, sondern mitgefressen. Die Folge sind langsame Vergiftungen, die bis zum Tod führen können.

Laut Gehring taucht in letzter Zeit auch ein Verwandter des Jakobskreuzkrauts verstärkt auf: das schmalblättrige Kreuzkraut. Anders als das Jakobskreuzkraut ist es nicht in Europa heimisch. Es stammt aus Südafrika und wurde vor einigen Jahrzehnten eingeschleppt. Seitdem breitet es sich in Europa aus. Erst langsam, doch in den letzten Jahren offenbar immer schneller, und es tut, was ihm bisher nur in der Theorie zugesprochen wurde: Es nutzt auch das Wirtschaftsgrünland als Standort. WoP