Frost

Gerste: Teils massive Schäden durch Eisheilige

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Karola Meeder Portrait 2019
Karola Meeder
am Donnerstag, 04.06.2020 - 13:34

Der Nachtfrost rund um die Eisheiligen hat zu teils enormen Schäden in der Wintergerste geführt. Dabei hat es in erster Linie den Norden Bayerns getroffen.

In Franken sind schon viele Bestände außerplanmäßig als GPS geerntet worden. Der Grund dafür sind Ähren, die nicht richtig einkörnen.

Erwischte der Frost die Bestände kurz vor oder während der Blüte, zeigt sich das nun mit leeren Ährchen. Die Spanne der Schäden reicht von einzelnen Ähren, bei denen einzelne Spindelstufen taub sind (sog. Laternenblütigkeit) bis hin zu Beständen, in denen ein großer Teil der Ähren nur wenige befruchtete Spindelstufen aufweist. Geschädigte Spindelstufen sind zu erkennen, wenn man die Ähre ins Licht hält: Spelzen, durch die das Licht schimmert, sind nicht befruchtet und werden auch kein Korn ausbilden. Sortenunterschiede können laut Erzeugerring bislang nicht festgestellt werden.

Viele Wintergerstenbestände im Schadensgebiet

In Mittelfranken liegt laut Jürgen Hufnagel vom AELF Ansbach gut die Hälfte der gesamten Wintergerstenbestände im Schadensgebiet. Von diesen rund 20 000 ha sind etwa 5000 ha schadensfrei – beim Rest reicht die Spanne von geringen Schäden bis hin zu 90 % Ertragsverlust. „Je weiter nördlich, desto stärker die Schäden“, weiß Hufnagel, dementsprechend seien auch in Unterfranken massive Schäden aufgetreten. In Oberfranken belaufen sich die Schäden gebietsweise auf 50 bis 80 %.

Und wie geht es weiter? Die Entscheidung „stehen lassen“ oder „GPS-Ernte“ hängt auch von einzelbetrieblichen Faktoren ab: Brauche ich die Gerste als Futter bzw. das Gerstenstroh? Wie lässt sich eine Zweitfrucht, die ja oft Mais sein wird, in die Fruchtfolge integrieren? Hier sind förderrechtliche Begrenzungen zu beachten (Kulap, Maisanteil). Hinzu kommt die Frage, ob für eine eventuelle Zweitfrucht genug Niederschlag fallen wird. Welche Entscheidung die richtige ist, wird leider erst die Zukunft zeigen. K. M.