Stickstoffbilanz

Geringerer Mineraldüngerabsatz

Düngung
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Donnerstag, 04.06.2020 - 14:51

Bei der Stickstoffdüngung kommen die Bauern der Nullbilanz immer näher.

Der Landvolkverband sieht die Landwirte in Niedersachsen auf einem guten Weg. Beim Einsatz von mineralischem Stickstoffdünger üben sie sich zunehmend in Zurückhaltung. In der Düngebilanz, sie beschreibt die Differenz zwischen dem theoretisch errechneten Düngebedarf der Kulturpflanzen und der tatsächlichen Stickstoffdüngung, sieht der Verband die schwarze Null in direkte Nähe rücken. Der Wert lag im Düngejahr 2018/19 (1. Juli bis 30. Juni) bereits auf dem niedrigen Wert von zwölf Kilogramm je Hektar, die Tendenz lässt einen weiteren Rückgang erwarten.

Stickstoffkreislauf schließt sich

„Die Landwirte setzen den Stickstoff sehr überlegt ein, zunehmend ersetzen auch Ackerbauern Mineraldünger durch den Wirtschaftsdünger aus der Viehhaltung“, erläutert Landvolkvizepräsident Dr. Holger Hennies. Damit schließt sich der Nährstoffkreislauf, die Ackerbauern verkaufen Getreide als Futtermittel in die sogenannten Veredlungsregionen und erhalten von dort den wirtschaftseigenen Dünger in Form von Gülle oder Mist zurück.

Mit einer Menge von 46.438 Tonnen Rein-Stickstoff (t N) weist das Bundesamt für Statistik für das erste Quartal 2020 den niedrigsten Wert der vergangenen fünf Jahre aus. Für das gesamte Düngejahr wurden bislang etwa 145.000 t N verkauft.

Absatzstatistik bestätigt geringere Düngung

„Die Absatzstatistik untermauert die Anstrengungen der Landwirte, ihre Düngung streng am Bedarf auszurichten und bevorzugt Wirtschaftsdünger einzusetzen“, verdeutlicht Hennies. Nach den bisherigen Verkaufszahlen weist das zweite Quartal einen Stickstoffabsatz in Höhe von maximal 70.000 bis 80.000 t aus. In der Summe dürfte sich der Stickstoffdüngereinsatz für das gesamte Düngejahr 2019/20 damit deutlich reduzieren und voraussichtlich weit unter dem Wert von 220.000 t im Düngejahr 2018/19 liegen. Im Schnitt der Jahre 2010 bis 2015 lag der Wert bei um die 280.000 t.

Landvolkvizepräsident Hennies, zugleich Vorsitzender im Umweltausschuss des Verbandes, wertet den sparsamen Düngeeinsatz als echten Willen zur Reinhaltung des Wassers. Er warnt zugleich vor zu hohen Erwartungen an weitere Reduktionsziele: „Auch unsere Pflanzen müssen ihrem Bedarf entsprechend mit Nährstoffen ernährt und versorgt werden. Eine zu strikte Diät geht zu Lasten des Ertrages und verursacht zusätzlich deutliche Qualitätseinbußen.“ Eine ausgeglichene Düngebilanz steht dagegen für einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Düngereinsatz.