Braugerste

Fünf Tipps für die Winterbraugerste

Mähdrescher
Dr. Markus Herz
am Mittwoch, 08.07.2020 - 07:00

Besonderes Augenmerk bei der Erzeugung von Winterbraugerste sollte natürlich auf den Rohproteingehalt gelegt werden.

Dieser Faktor bestimmt ganz wesentlich Fruchtfolgestellung, Standortwahl und Düngestrategie – hier die fünf wichtigsten Punkte zum Anbau:

  1. Standort: Winterbraugerste mit guter Verarbeitungsqualität gelingt am besten auf leichten bis mittleren Böden mit geringem Anteil an organischer Substanz. Dagegen führen Standorte mit hohem Stickstoffnachlieferungsvermögen häufig zu überhöhten Proteingehalten. Wegen der weniger stark ausgeprägten Winterhärte sollten Lagen mit erhöhter Gefahr von Kahlfrösten gemieden werden. Generell stellt Getreide die beste Vorfrucht dar – aber auch andere Fruchtarten, die wenig organischen Stickstoff im Boden hinterlassen, kommen infrage.
  2. Saatzeit: Der optimale Saattermin, liegt je nach Jahr und Standort in Bayern um den 20. – 25. September. Die Wintergerste sollte mit 4 – 6 Bestockungstrieben (BBCH 24 – 26) in den Winter gehen. Frühsaaten können vermehrt von Viren befallen werden – keine der Winterbraugerstensorten hat eine Resistenz gegen Gelbverzwergungsviren. Bei Spätsaaten besteht das Risiko einer zu schwachen Bestockung. Außerdem muss drauf geachtet werden, dass im Herbst nicht zu viel Stickstoff aufgenommen wird.
  3. Saatstärke: Ziel ist bei zweizeiligen Sorten eine Bestandesdichte von 750 bis 800 ährentragenden Halmen/m² – dafür sind in der Regel 320 bis 360 keimfähige Körner/m² nötig. Unter ungünstigen Bedingungen wie späte Saat, raue Lagen oder ungünstiges Saatbett, kann ein Zuschlag von 5 – 10 % sinnvoll sein.
  4. Düngung: Die Ermittlung des N- Bedarfs richtet sich nach den Vorgaben der Düngeverordnung. Für Winterbraugerste muss auf jeden Fall ein niedriger Eiweißgehalt im Vordergrund stehen. Eine dritte N-Gabe würde zu überzogenen Eiweißgehalten führen. Für die Erzeugung von Winterbraugerste muss die Stickstoffdüngung daher mit der zweiten Gabe abgeschlossen sein. Auch für die Grunddüngung sind die Vorgaben der Düngeverordnung verpflichtend.
  5. Pflanzenschutz: Die Pflanzenschutzmaßnahmen unterscheiden sich nicht von denen bei Winterfuttergerste. Nur beim Einsatz von Wachstumsreglern sollte Folgendes beachtet werden: Mittel mit dem Wirkstoff Trinexapac- Methyl sind zu bevorzugen, da von diesen bislang keine Rückstände im Korn nachzuweisen waren.