Anbaufläche

Fläche für Sommergerste geht zurück

BLW
am Donnerstag, 06.05.2021 - 14:52

Auf der Grundlage von Saatgutverkäufen und ersten Schätzungen in den Landesförderverbänden für Braugerste lassen sich geringe Anbauflächen erkennen.

Sommergerste

Die Aussaat der Sommergerste in Deutschland ist nahezu abgeschlossen. Auf der Grundlage von Saatgutverkäufen und ersten Schätzungen in den Landesförderverbänden für Braugerste in Deutschland erwartet die Braugersten-Gemeinschaft eine Sommergerstenfläche von rund 346 000 ha, was einem weiteren Rückgang (- 4,6 %) gegenüber dem Vorjahr entspricht. Insbesondere in den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sind deutliche Flächenrückgänge zu verzeichnen. Diese sind laut Marktexperten trotz der insgesamt hohen Getreidepreise eine Folge der niedrigen Braugerstenprämie gegenüber Futtergerste und des geringen Preisabstands zum Weizen. Der Winter 2020/21 war in Deutschland bei durchschnittlichem Niederschlag und einem deutlichen Sonnenscheinplus mit +1,6 °C, verglichen mit dem internationalen Referenzzeitraum 1961 bis 1990, wieder zu warm und somit der zehnte zu warme Winter in Folge. Erst Anfang bis Mitte Februar trat gebietsweise sehr strenger Frost von unter –20 °C auf.

In der anschließenden frühlingshaften Phase zwischen Anfang März und Anfang April konnte die Sommergerste größtenteils bei guten bis sehr guten Bodenbedingungen gesät werden. In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurden ca. 20 % der Sommergerste bereits im Herbst ausgesät. Überwiegend lief die Saat bei ausreichend Feuchte im Boden gut und gleichmäßig auf. Sehr kalte und wechselhafte Witterung bis Ende April verlangsamten die Entwicklung deutlich.
Die Sommergerstenbestände präsentieren sich bisher, der Jahreszeit angemessen, laut Braugersten-Gemeinschaft gut bis sehr gut. Auch die im Herbst ausgesäten Bestände hätten die Frostnächte gut überstanden. Die Wasserversorgung der Böden ist im Vergleich zu den extrem trockenen Frühjahrswochen der Vorjahre ausreichend bis gut.
Das Sortenspektrum wird von den im Berliner Programm zur Verarbeitung empfohlenen Sorten Avalon, Quench, Leandra und Solist dominiert. Darüber hinaus sind RGT Planet sowie Sorten für den Vertragsanbau im Anbau.