Ökolandbau

Fahrplan für die Umstellung auf Bio

Schweine-Stall-Stroh_Maucher
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
am Donnerstag, 04.06.2020 - 13:28

Der Übergang zum Ökolandbau erfordert eine langfristige Planung.

Bevor Getreide, Fleisch oder Eier mit Ökokennzeichnung vermarktet werden dürfen, muss jeder Betrieb eine gewisse Umstellungszeit durchlaufen. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung erklärt den Ablauf der Umstellung.

Umstellung reiner Pflanzenbaubetriebe

Bevor pflanzliche Erzeugnisse als ökologisch gekennzeichnet werden dürfen, müssen die Anbauflächen des Betriebs eine Phase der Umstellung durchlaufen, in der bereits die Regeln des Ökolandbaus eingehalten werden. Wie lange diese dauert, hängt von der Art der Kultur ab. Sie beträgt
  • 2 Jahre bei ein- oder überjährigen Kulturen (Getreide, Hackfrüchte, Feld- und Feingemüse, Schnittblumen) sowie bei Grünland und
  • 3 Jahre bei Dauerkulturen außer Grünland (Obst, Wein, Hopfen, Spargel, Schnittblumen-Dauerkulturen).
Die Umstellung beginnt mit dem Datum, ab dem der landwirtschaftliche oder gärtnerische Betrieb sich bei einer Ökokontrollstelle anmeldet. Das Datum der Anmeldung ist entscheidend dafür, ab wann Erzeugnisse einer Fläche als Ökoware in den Verkauf gehen können.
Bei landwirtschaftlichen Früchten mit einer Ernte pro Jahr wie zum Beispiel Getreide, Kartoffeln, Wein, Obst oder ein- oder zweijährigen Schnittblumen ist es in der Regel die dritte Ernte (beziehungsweise der dritte Schnitt bei Blumen) nach Umstellungsbeginn, die erstmalig als Ökoware vermarktet werden kann.
Bereits zwölf Monate nach Umstellungsbeginn dürfen landwirtschaftliche oder gärtnerische Erzeugnisse mit dem Hinweis „Erzeugnis aus der Umstellung auf den ökologischen Landbau“ gekennzeichnet werden. Die erste und zweite Getreide- und Körnerleguminosenernte können als sogenanntes „Umstellungsfutter“ an andere Betriebe oder Futtermittelhersteller verkauft werden.

Umstellung von Betrieben mit Viehhaltung

Die gesamte Futterfläche des Betriebs muss über einen Zeitraum von zwei Jahren umgestellt werden. Das gilt sowohl für einjährige Kulturen wie Getreide als auch Wiesen und Weiden. Das Datum der Anmeldung bei der Kontrollstelle ist entscheidend dafür, ab wann der Aufwuchs einer Fläche als anerkanntes Futter in der Ökofütterung verwendet werden darf.
Frühestens zwölf Monate nach Umstellungsbeginn kann das auf dem eigenen Betrieb gewonnene Futter (durch Weidegang oder Abernten von Dauergrünland oder mehrjährigen Futterkulturen) bereits als „Umstellungsfutter“ zu 100 Prozent im eigenen Betrieb eingesetzt werden. Bei Schweinen und Geflügel kann der Umstellungszeitraum für Weideland und Auslaufflächen auf zwölf Monate verkürzt werden (falls die Flächen bereits im Vorjahr nicht mit unzulässigen Mitteln behandelt wurden, ist die Verkürzung sogar auf sechs Monate möglich).
Bevor Erzeugnisse von Tieren ökologisch vermarktet werden dürfen, müssen die Tiere bereits eine gewisse Zeit nach ökologischen Regeln gehalten worden sein. Je nach betrieblichen Voraussetzungen, kann zwischen den folgenden beiden Verfahren gewählt werden:
  1. Gleichzeitige Umstellung: Die gesamte Produktionseinheit, das heißt alle vorhandenen Tiere, Weiden und Futterflächen werden gleichzeitig über einen Zeitraum von 24 Monaten umgestellt. Dieses Verfahren wird empfohlen für die Mutterkuhhaltung oder für Milchviehbetriebe, bei denen größere Stallumbaumaßnahmen erforderlich sind. Nach Ablauf der 24 Monate sind Flächen und Tiere ökologisch anerkannt.
  2. Zeitlich versetzte Umstellung: Tierhaltung und Weiden und Futterflächen werden bei diesem Verfahren getrennt voneinander umgestellt. Begonnen wird hierbei mit der Umstellung der Futterflächen. Sobald nach 12 Monaten erstmals betriebseigenes Umstellungsfutter zur Verfügung steht, kann mit der Umstellung der Tiere begonnen werden.
Je nach Tierart und Nutzungsrichtung gelten folgende Umstellungsfristen:
  • Rinder zur Fleischerzeugung: 12 Monate und mind. ¾ der Lebenszeit
  • Milchvieh: 6 Monate
  • Schafe, Ziegen zur Fleischerzeugung: 6 Monate
  • Schweine zur Fleischerzeugung: 6 Monate
  • Geflügel (Masthähnchen, Puten, Gänse, Enten): 10 Wochen bei Zukauf bis 3. Lebenstag
  • Legegeflügel: 6 Wochen
  • Imkereierzeugnisse: 12 Monate

Mehr zur Umstellung auf Bio ist zu finden unter BLE, Oekolandbau.de