Auszeichnung

Erste Luzernekönigin gekürt

Luzernekönigin-QTN-GH-1
Jürgen Leykamm
am Mittwoch, 24.07.2019 - 10:03

Julia Beil aus Stockheim (Spalt) hat die Krone errungen.

Gunzenhausen/Mfr. Sie hat es geschafft: Julia Beil aus Stockheim (Spalt) heißt die neue und Erste Bayerische Luzernekönigin. Mit drei anderen Bewerberinnen lieferte sie sich beim Johannitag in Triesdorf und beim Online-Voting einen spannenden Kampf um die Stimmen, Entschieden aber wurde die Wahl erst beim Tag der offenen Tür der Qualitätstrocknung Nordbayern (QTN) am Standort Gunzenhausen. Es wurde ein spannendes Finale.

Die Abstimmung durch die Besucher und eine Jury gaben den entscheidenden Ausschlag. Nun warten auf die 20-jährige Tierarzthelferin eine Vielzahl von Terminen. Zuerst darf sie zur Anprobe ihres neuen Dirndls eilen, das sie sich aber nicht selbst zu kaufen braucht. Das repräsentative Kleidungsstück ist Teil des Preises, der für den Gewinn des Hoheitstitels ausgeschrieben war. Einen Geldpreis, ein Wochenende mit dem Cabrio, einen Gutschein für eine Reise sowie für einen Einkauf beim Qualitätsfutterwerk als Firmentochter der QTN gab es ebenso für die Siegerin. An Aufwandsentschädigungen für ihr Engagement wird es auch nicht mangeln.
Den Thron knapp verpasst haben Maren Dippmann (Markt Berolzheim, 27 Jahre, Agrarbetriebswirtin), Nadine Huber (Haundorf-Seitersdorf, 28 Jahre, Hauswirtschafterin) und Josefine Wild (Sengenthal, 18 Jahre, Auszubildende der Landwirtschaft). „Jede von ihnen wäre würdig gewesen, ein solches Amt zu bekleiden“, betonte in seinem Grußwort der Landtagsabgeordnete Manuel Westphal. So sah dies auch der Parlamentarier aus dem Bundestag, Artur Auernhammer. Er würde sich freuen, die neue Majestät „bei der grünen Woche in Berlin begrüßen zu dürfen.“ Neben den beiden Politikern befanden sich QTN-Vorstandsmitglied Anton Ferschl und Sebastian Proske als Geschäftsführer des Bundesfachverbandes landwirtschaftlicher Trocknungswerke Deutschland (BLTD) in der Jury. Nicht zu vergessen die altmühlfränkische Kreisbäuerin Helga Horrer, die der ersten Bayerischen Luzernekönigin mit Krone und Schärpe die nötigen Insignien überreichte.
Mit Anna Sauber gratulierte zur Inthronisation eine weitere Hoheit: die Apfelkönigin der fränkischen Moststraße. Beil sei nun „Botschafterin der Luzerne, der Trocknung und der gesamten Region – das ist einmalig und unbezahlbar!“ Die frisch gekürte Majestät musste ihren Triumph erst verdauen. „Natürlich habe ich gehofft, zu gewinnen, aber zuletzt nicht mehr gedacht, dass ich es schaffe.“ Umso mehr sei sie nun „freudig aufgeregt und einfach nur glücklich.“
Bei der Fragerunde, die in der vollen Festhalle QTN-Aufsichtsratschef Matthias Kleemann moderierte, hatten sich wenige Minuten zuvor noch alle vier Kandidatinnen gleich gut behauptet. So wussten sie alle über die Vorteile der Luzerne als heimisches Eiweißfuttermittel Bescheid
Dass die erste Hoheit ihrer Art gerade bei der Qualitätstrocknung Nordbayern gewählt wurde, hatte einen guten Grund, ist sie doch der größte deutsche Produzent von Luzernecobs und -ballen. In jüngster Zeit wurden 1,6 Mio. € in den Standort Gunzenhausen investiert, was unter anderem eine Steigerung der Energie-Effizienz mit sich brachte. Das Ergebnis der Maßnahmen wurde beim Tag der offenen Tür bei Führungen präsentiert, die sich eines äußerst starken Andrangs erfreuten. Getrocknet wird über die Genossenschaft nicht nur die eiweißhaltige Luzernepflanze, sondern auch eiweißarmes Gras, über welches sich in Cobsform die Pferde freuen. Damit lässt sich auch das, was auf Flächen wächst, die dem Vertragsnaturschutzprogramm unterliegen, sinnvoll verwerten. „Das ist unser Beitrag zur Artenvielfalt“, so der Vizevorsitzende Thomas Gutmann. Über die große Resonanz zeigten sich sowohl er wie die gesamte Führungsriege der QTN begeistert, hatten an jenem Tag doch an die 2000 Gäste dem Standort Gunzenhausen ihren Besuch abgestattet.