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Bodenschutz

Dürre und Starkregen: Sieben Tipps gegen Erosion

Zuckerrüben in Direktsaat: Das Mulchmaterial an der Oberfläche und die etwas gröbere Bodenstruktur verhindern ein Abschwemmen und die Rüben laufen gleichmäßig auf.
Klaus Strotmann, agrarheute
am Montag, 21.11.2022 - 08:33

Knochentrockene Flächen und Starkregen: Dieses Jahr hat die Böden vielfach leiden lassen. Sie sollten sich jetzt gegen Wetterextreme wappnen, damit der Boden dort bleibt, wo er hingehört. Hier einige Tipps, um Erosion zu vermeiden.

Die Klimaveränderung hat direkte Folgen für Betriebe. Dürren und Starkregen hinterlassen auf den Böden deutliche Spuren und erfordern einen starken Erosionsschutz. Starkniederschläge sind keine Seltenheit mehr und verursachen Erosion, wenn die Böden aufgrund einer längeren Dürreperiode ausgetrocknet und nicht bewachsen sind.

Wasser schnell in den Boden leiten

Um eine hohe und schnelle Wasserinfiltration sicherzustellen, gilt es, folgende Punkte zu beachten:

  • ständige Bodenbedeckung mit Bewuchs oder Ernterückständen,
  • keine verdichteten Stör- oder Schmierschichten,
  • ausreichende Versorgung mit Kalk und organischem Material für die Bildung von Ton-Humus-Komplexen,
  • Förderung des Bodenlebens, vor allem Würmer, etwa mithilfe reduzierter Bodenbearbeitung.

Ein praktisches Hilfsmittel kann die „Allgemeine Boden-Abtrags-Gleichung“ (ABAG) sein.Regensimulatoren helfen, um vor Ort auf dem eigenen Acker die Regenverdaulichkeit zu prüfen. Ein Youtube-Video zeigt, wie das Verfahren funktioniert und welche Schlüsse aus der Messung möglich sind. https://www.youtube.com/watch?v=PzjiubMdygY

Mit diesen sieben Tipps vermeiden Sie Erosion

1. Direktsaat: Der Erfolg von Direktsaat zu Mais und Zuckerrüben hängt meist von der Bodenbeschaffenheit ab. Wichtig ist die Artenwahl der Zwischenfrucht. Entscheidend ist der Mix aus Büschel- und Flachwurzler, um eine lockere und krümelige Bodenoberfläche zu erhalten.

2. Aussaattermin: Grundsätzlich gilt, so früh wie möglich zu säen. Für sehr trockene Bedingungen können sich alternative Saatverfahren eignen, zum Beispiel Mähdruschsaat, Vorerntesaat per Drohne, mit pneumatischem Streuer oder als Mulchersaat. So lässt sich die noch vorhandene Feuchtigkeit in der Mulchschicht ausnutzen.

3. Aussaatverfahren: Eine Zwischenfruchtsaat schon während der Ernte führt zu sicheren Feldaufgängen, da die Saat hier in den feuchten Erdstrom eingestreut und anschließend durch die Räder angewalzt wird. So lassen sich Aufwüchse von bis zu 50 cm erreichen.

4. Mulchauflage: Achten Sie darauf, dass so viele Erntereste und Mulchmaterial wie möglich an der Bodenoberfläche bleiben. Das Ziel im Frühjahr sollte sein, den Boden flach und gleichzeitig ganzflächig zu bearbeiten. Oft kann auch eine Modifizierung vorhandener Technik helfen, etwa durch den Anbau eines Nachstriegels oder von Seitenmessern an die Kreiseleggenzinken.

5. Zwischendämme: Bei herkömmlicher Technik können im Sommer angelegte Dämme mit gleichzeitiger Begrünung helfen. Bei vorhandener All-in-one-Technik können im Frühjahr Zwischendämme mit ergänzter Begrünung vor Erosion schützen.

6. Untersaaten: In der Praxis etabliert hat sich die gemeinsame Herbstansaat von Roggen oder Triticale mit einer Untersaatmischung. Die Untersaat kann sich nach der Ganzpflanzensilageernte voll entwickeln und so noch ein komplettes Jahr genutzt und gedüngt werden.

7. Pufferstreifen und Brachen: Boden ist dann besonders empfindlich, wenn Starkregen nach einer Bodenbearbeitung, Aussaat oder einem Hackdurchgang fällt. Die Folge war eine Abschwemmung. Pufferstreifen, direkt in Hotspots platziert, stoppen den Verlust an Wasser und Boden.

Wasserströme aufhalten

Durchdachte Maßnahmen im Gelände, wie zum Beispiel Auffang- oder Rückhaltebecken, begrünte Wasserwege, Raine und Feuchtflächen, können größere Wasserströme auffangen. Das darin abgesetzte Sediment lässt sich wieder auf die Flächen zurückführen.