Aussaat

Düngeverordnung - Sonderregelung bei Raps-Umbruch

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Konrad Offenberger, Alexander Kavka, LfL Agrarökologie – Düngung, Freising
am Donnerstag, 20.09.2018 - 11:14

In einigen Regionen war die anhaltende Trockenheit dafür verantwortlich, dass der Winterraps sehr lückig oder gar nicht auflief oder nach der Keimung wieder abstarb.

Erfolgte zum Raps eine Düngung entsprechend der Vorgaben nach § 6 Abs. 9 DüV, stellt sich die Frage, welche Nachbaumöglichkeiten noch bestehen, wenn der Raps umgebrochen wird.

Bei Getreidevorfrucht ist hinsichtlich der Einhaltung der Vorgaben zunächst zu prüfen, ob Wintergerste angebaut werden kann. Besteht diese Möglichkeit nicht, ist ausnahmsweise auch die Aussaat anderer Kulturen (z. B. Winterweizen, Triticale) zulässig. Wenn die N-Düngung zu Winterraps nach ortsüblichen Bedingungen erfolgte und dann unabsehbar aufgrund der extremen Trockenheit der Stickstoff von der Kultur nicht verwertet werden konnte, wird in diesen Fällen der Nachbau von z. B. Winterweizen nicht als Verstoß gegen die Düngeverordnung geahndet.

Voraussetzung für Inanspruchnahme dieser Sonderregelung ist, dass der Raps tatsächlich ausgesät wurde. Der Saatgut-Zukauf ist zu belegen (z. B. Saatgutrechnung, Saatgut-Etikett). Es ist (formlos) zu dokumentieren, auf welchen Flächen der Raps umgebrochen und eine andere Kultur nachgebaut wurde. Die Richtigkeit bzw. Plausibilität der Angaben wird bei Kontrollen geprüft.