Dokumentation

Düngeverordnung: Was ist zu dokumentieren?

Düngung
Veronika Fick-Haas für KBM e.V., Neuburg
am Freitag, 15.11.2019 - 13:12

Welche Berechnungen für den einzelnen Betrieb notwendig sind und was bei Kontrollen vorzulegen ist.

Die Regelungen zur Düngung sind komplex. Für jeden Betrieb gelten je nach Ausgangssituation und Gebiet unterschiedliche Auflagen. Welche Berechnungen aber sind aktuell für den Einzelnen notwendig und müssen bei Kontrollen vorliegen? Der DüV-Navigator der Maschinenringe gibt dazu Auskunft.

„Wenn man nicht genau weiß, was für den eigenen Betrieb gefordert ist, dann bekommt man mit dem DüV-­Navigator mehr Klarheit in die komplizierten Gesetzesvorgaben“, erklärt Josef Beisl, Mitarbeiter im MR Dingolfing-Landau. Der studierte Landwirt unterstützt die Mitglieder bei der Umsetzung der Auflagen der Düngeverordnung. Er empfiehlt das Online-Tool allen Landwirten.

Sich einen Überblick zu verschaffen, ist nicht einfach. Es gilt nicht nur eine einzelne Bestimmung, sondern ein ganzes Gesetzes­paket aus Dünge-, Verbringungs-, Stoffstrombilanz- und Länderverordnung. Dieses wird zwar zusammen betrachtet, doch der einzelne Betrieb muss je nach Gegebenheiten unterschiedliche Berechnungen und Unterlagen nachweisen. 

DüV-Navigator der Maschinenringe

Maschinenring

Mit Angaben zur Biogasanlage, zu Tierhaltung, Fläche und Wirtschaftsdüngerauf- bzw. -abgabe und sonstigen Auskünften, die vor allem Betriebe in roten Gebieten betreffen, arbeitet sich der Nutzer durch das Menü. „Wir fragen fünf Bereiche ab. Jeder Nutzer sollte die dafür notwendigen Daten seines Betriebes sowieso im Kopf haben“, erklärt Michael Sandner, der die Grundlagen des Programms entwickelt hat.

Tatsächlich wird kaum ein Landwirt große Schwierigkeiten mit den klassischen Angaben seiner Tierhaltung haben. Kniffliger wird es bei den Fragen, ob der Nährstoffanfall im Betrieb weniger als 750 kg N und ob der Nährstoffanfall aus eigenen Tierhaltung weniger als 110 kg N/ha beträgt. „Manche Landwirte können mit der Bezugsgröße der Nährstoffe noch wenig anfangen, sondern wollen feste Umrechnungszahlen. Aber Kuh ist nicht gleich Kuh und wird unterschiedlich einge­stuft“, sagt Beisl. Hier helfen die hinterlegten LfL-Basisdaten, mit denen sich die Werte ermitteln lassen. Alternativ kann der Nährstoffanfall mit dem 170 kg N-Berechnungsprogramm der LfL berechnet werden. Diese Tipps finden sich hinter einem Info-Button, direkt neben der Frage. So ist zum Berechnen der Großvieh­einheiten die GV-Tabelle der DüV hinterlegt.

Basisdaten der LfL helfen

In ähnlicher Weise klickt man sich auch durch die Bereiche Biogas und Fläche sowie Wirtschaftsdüngerabgabe bzw. -aufnahme. Auch hier ist es sehr hilfreich, dass zur Ermittlung des Nährstoffwertes (Frage, ob mehr als 750 kg N aus Wirtschaftsdünger auf- oder abgenommen) die LfL-Basisdaten verlinkt sind. Alternativ können eigene Daten verwendet werden.

Die Angaben zu Aufnahme und Abgabe von Wirtschaftsdünger sind in Tonnen anzugeben. In der Praxis ist eher das Volumen geläufig. Bei flüssigen Wirtschaftsdünger stimmen die Werte überein, da das Raumgewicht 1 t/m³ beträgt. Bei Kompost oder Mist sind die Werte in einer Umrechnungstabelle hinterlegt.

„Während meiner Recherche fand ich widersprüchliche Aussagen zum Inverkehrbringen. Dies wurde durch die LfL klargestellt“, berichtet Sandner. Jeder Landwirt, der Wirtschaftsdünger abgibt, ist verpflichtet, sich bei der LfL als Inverkehrbringer zu melden, wenn er mehr als 200 t Wirtschaftsdünger aufnimmt, abgibt und/oder befördert. Alle drei Tatbestände werden zusammen gezählt. So muss ein Betrieb, der beispielsweise jährlich 110 t Wirtschaftsdünger abgibt und 100 t aufnimmt, dies melden und Aufzeichnungen erstellen.

Überhaupt merkt man dem Tool an, dass im Hintergrund sehr viele Details eingespeichert sind. Der Nutzer hat damit Zugriff auf Einzelheiten zu den gesetzlichen Vorgaben – sei es zur Düngebedarfsermittlung, zur Stoffstrombilanz ab 2018 oder 2023, zur Aufzeichnungspflicht WDüngV oder zu Auflagen im roten Gebiet. Unter den jeweiligen Infopunkten finden sich Angaben, welche Betriebe betroffen sind, welche Daten sie benötigen und ggf. weitere Hinweise bzw. Links zur Berechnung.

Berater Josef Beisl nutzt das Tool: „Bei 95 Prozent der Betriebe kann ich sofort sagen, was nötig ist. Doch es gibt schwierige Fälle, bei denen sich die Anwendung richtig gut einsetzen lässt“, sagt er. So ist es fast immer kompliziert, wenn Betriebe geteilt wurden. Mit dem DüV-Navigator lassen sich die wichtigsten Eckpunkte zuordnen.