Düngung

Droht Kalkstickstoff das Aus?

Dünger
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Dienstag, 09.06.2020 - 10:37

Die europäische Chemikalienagentur bemängelt, dass der Dünger eine Wirkung ähnlich einem Pflanzenschutzmittel entfaltet, hierzu aber keine Zulassung hat.

Die europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat den Kalkstickstoff ins Visier genommen, denn seine Anwendung erfordert besondere Vorsicht durch den Anwender.

Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften ist er eine Quelle für Stickstoff und Calcium zugleich, insbesondere in Sonderkulturen wie Kartoffel- und Gemüseanbau: Die verzögerte Nitratbildung bewirkt geringere Nitratgehalte z.B. im Gemüse sowie geringere Nitratauswaschung. Kalkstickstoff zersetzt sich im Boden zu Calciumhydroxid und Cyanamid, welches für junge Unkräuter und manche Schadorganismen, wie z.B. Schnecken und Drahtwürmer nicht verträglich ist. Auf Weiden reduziert es Parasiten.

Die ECHA vermutet negative Auswirkungen auf die Umwelt. Der Bauernverband sieht das bislang nicht bestätigt und argumentiert, dass  ein Dauerversuch der TU-München in der Düngevariante „Kalkstickstoff“ sogar die höchste biologische Aktivität gezeigt habe.