Ernährung

Buchweizen als Trendlebensmittel und Insektenweide

Sonderkultur
Universität Hohenheim
am Donnerstag, 30.07.2020 - 13:50

Einst galt er als „Arme-Leute-Essen“, heute ist Buchweizen ein hippes, trendiges Lebensmittel, das immer mehr Anhänger findet.

Doch auch aus ökologischer Sicht ist Buchweizen interessant, denn er gilt als ideale Insektenweide – er blüht nämlich zu einem Zeitpunkt, zu dem die meisten anderen Ackerpflanzen schon verblüht sind.

Welche Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Anbau von Buchweizen gegeben sein müssen und welche Auswirkungen dieser auf die Biodiversität hat, untersucht derzeit ein staatlich gefördertes Projekt an der Universität Hohenheim. „Buchweizen zählt zu den vielversprechenden Pflanzenarten, die für einen Anbau in Südwestdeutschland geeignet sein könnten“, meint Prof. Simone Graeff-Hönninger. „Die Pflanze stellt wenig Ansprüche an den Boden und kann wegen ihrer kurzen Vegetationszeit und eines potenziell möglichen späten Saattermins als Zweitkultur angebaut werden.“

Namen ist irreführend

Der Name kann jedoch leicht in die Irre führen – denn Buchweizen ist kein Getreide, sondern gehört zu den so genannten „Pseudogetreiden“. So werden Körnerfrüchte bezeichnet, die ähnlich wie Getreide verwendet werden können, aber nicht von Süßgräsern abstammen. Buchweizen ist ein Knöterichgewächs und bildet kleine dreikantige Früchte aus, die an Bucheckern erinnern – und ihm zu seinem Namen verholfen haben.

Bis ins 19. Jahrhundert war Buchweizen bei uns weit verbreitet und zählte zu den Grundnahrungsmitteln. Doch im Zuge der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft nahm seine Anbauwürdigkeit immer mehr ab. Der Anbau rentierte sich für den Landwirt nicht mehr, denn der Ernteertrag ist relativ gering: „Pro Hektar werden etwa 20 bis 25 dt/ha geerntet, also im Schnitt halb so viel wie bei einem Sommerweizen“, ergänzt Graeff-Hönninger.

Viel Wissen ist verloren gegangen

Im Laufe der Zeit ist viel Wissen verloren gegangen – angefangen bei der Auswahl geeigneter Sorten über die Düngung bis hin zur Ernte. Diese Wissenslücken will das Projekt nun füllen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Anbau von Buchweizen als Zweitkultur für viele Betriebe durchaus interessant sein kann. „Eine Aussaat im Juni, wenn die ersten Kulturarten abgeerntet sind, könnte ideal sein.

Buchweizen hat eine kurze Vegetationsdauer, so dass er bereits im September geerntet und anschließend der Acker wieder für Aussaat von Winterkulturen genutzt werden kann“, erläutert die Professorin. Deswegen untersuchen die Wissenschaftler unter anderem, wie sich eine späte Aussaat Mitte Juni im Vergleich zur Saat Mitte Mai auf den Ertrag auswirkt.