Klimaschutz

Blühzeitpunkt veranschaulicht Klimawandel

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 26.04.2021 - 11:04

Um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur auf einen Blick zu verdeutlichen, präsentieren Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) erstmals Grüne Klimastreifen.

Hasel

Blaue Farben stehen für Jahre mit kalter Witterung und demzufolge auch mit später Blüte oder Blattentfaltung, grüne Streifen stehen für warme Jahre mit früherer Pflanzenentwicklung. "Wir haben die Grünen Klimastreifen nun erstmals für Bayern und einige historische Beobachtungsreihen erstellt2, sagt dazu Annette Menzel, Professorin für Ökoklimatologie an der TUM. Die Grünen Klimastreifen oder „green warming stripes“ sind eine Weiterentwicklung der bekannten Klimastreifen oder „warming stripes“ von Ed Hawkins, die in blau-roten Farben die Erwärmung über die letzten Dekaden einfach visualisieren und schnörkellos kommunizieren.

Klimastreifen zeigen Auswirkungen auf die Natur

Phänologische Ereignisse, wie Blattentfaltung, Blüte und Fruchtreife, sind ein perfekter Bioindikator für den Klimawandel. Sie verfrühen sich um bis zu 5 Tage pro 1°C Erwärmung. Ein typisches Beispiel ist die Haselblüte in Bayern. Diese ist in den letzten Jahren mehr als 20 Tage früher zu beobachten als noch im Zeitraum 1971-2000.

Die Grünen Klimastreifen ergänzen damit die rein temperaturbasierten Klimastreifen, denn sie zeigen die direkt beobachtbaren Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur auf. Eine frühere Blüte allergener Pflanzen bedeutet zum Beispiel eine längere Leidenszeit für Pollenallergiker, ein Austrieb der Bäume im April statt im Mai ist mit einer höheren Gefährdung durch Spätfröste verbunden.

Die Grünen Klimastreifen stehen auf der Projektwebseite www.baysics.de des Bayerischen Synthese-Informations-Citizen Science Portals für Klimaforschung und Wissenschaftskommunikation zum Download zur Verfügung.