Düngeverordnung

Besonderheiten bei der Düngebedarfsermittlung Grünland

Düngung Grünland
Dr. Michael Diepolder Dr. Matthias Wendland Christian Sperger LfL Agrarökologie, Freising
am Donnerstag, 07.03.2019 - 15:40

Das Ergebnis der Düngebedarfsermittlungen hat entscheidende Auswirkungen auf die Nährstoffbilanz (N, P2O5) des Betriebs. Daher empfiehlt die LfL folgendes Vorgehen.

  • Zunächst prüfen, ob die 170 kg N/ha eingehalten werden können und ob eventuell Gülle abgegeben werden muss.
  • Dann prüfen, ob die betrieblichen Lagerkapazitäten ausreichen. Das entsprechende LfL-Programm errechnet den Anfall, TS-Gehalt und Nährstoffgehalte der Wirtschaftsdünger. Zudem liefert es Informationen über die zur Verfügung stehende Güllemenge. Diese Werte können für die Bedarfsermittlungen verwendet werden. Achtung: „Rote Betriebe“ müssen die Daten der Gülleuntersuchung verwenden – diese ist in roten Gebieten Pflicht.
  • Anschließend ist es wichtig (soweit noch nicht geschehen), die betriebliche Nährstoffbilanz 2018 zu erfassen. Dabei werden für die Grobfutterflächen plausibilisierte Erträge ausgewiesen. Plausibilisierung bedeutet hierbei, dass für die Berechnung die vom Viehbestand des Betriebes aufgenommenen Grobfuttermengen herangezogen werden. Dabei werden Futterverluste sowie gegebenenfalls getätigte Grobfutterzukäufe bzw. Grobfutterverkäufe des Betriebs mit berücksichtigt. Diese plausibilisierten Grünlanderträge sind sinnvoller Weise für die aktuelle Düngebedarfsermittlung 2019 zu verwenden – denn hier liegt der Knackpunkt: Wer bei der Düngebedarfsermittlung pauschal maximale Erträge ansetzt, kann vielleicht seine Bilanz nicht einhalten. Für sämtliche Berechnungen im Rahmen der Düngeverordnung bietet die LfL kostenlose EDV-Programme auf ihrer Internetseite (www.lfl.bayern.de/duengung) an.