Ackerbau

Im Aufwind: Bohne, Erbse und Co.

Ackerbohnen auf dem Feld
Wolfgang Piller
Wolfgang Piller
am Dienstag, 06.10.2020 - 12:42

Mehr Anbauer, mehr Fläche, neue Sorten, bessere Aufbereitung - Leguminosen haben in den letzten Jahren enorm zulegen können. Auch weil die Forschung neue Ergebnisse geliefert hat.

Innerhalb von sechs Jahren ist die Zahl der Anbaubetriebe für Hülsenfrüchte um gut 7000 gestiegen. Die Anbaufläche vergrößerte sich von 102 500 auf über 222 000 Hektar. Mit Forschung und Wissenstransfer hat die Eiweißpflanzenstrategie der Bundesregierung gefruchtet: Es gibt neue Sorten, mehr Aufbereitungsanlagen und neue Lebensmittel – ob Bohnenbrownies, Lupinensteaks oder Sojadrinks.

Sechs Jahre alt ist die Eiweißinitiative der Bundesregierung. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hat dieses Projekt organisiert. „Der Ruf der Bevölkerung nach heimischen Futtermitteln für die Landwirtschaft wird immer lauter. Insbesondere im Sojaanbau ist zwar noch Luft nach oben – es ist aber in den vergangenen Jahren viel passiert! Fehlten 2014 regionale, dezentrale Aufbereitungsanlagen, gibt es inzwischen bundesweit 33. Die Landwirtschaft kann auf fünfzehn neue Soja-Sorten zurückgreifen, die an unseren Standort angepasst sind und gleichzeitig hohen Ertrag bringen. Das ist nur einer von vielen Erfolgen der Eiweißpflanzenstrategie. Auch für Erbsen und Süßlupinen gibt es Zuwächse, bei der Fläche der Ackerbohnen sogar bis zu 200 Prozent“, resümiert BLE-Präsident Dr. Hanns-Christoph Eide.

Die Ackerbauern springen auf

Landwirtschaftliche Betriebe nehmen Leguminosen vermehrt in ihre Fruchtfolge auf, dass zeigen die Anbauzahlen: Bauten 2014 noch etwa 12.000 Betriebe Körnerleguminosen an, sind es inzwischen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 19 430. Die Anbaufläche von Sojabohnen hat sich in Deutschland in sechs Jahren auf nahezu 33 000 Hektar verdreifacht. Die Flächen für Futtererbsen verdoppelten sich auf 82 600 Hektar, die für Ackerbohnen stiegen um fast 200 Prozent auf 59 500 Hektar. Süßlupinen haben es standortbedingt etwas schwerer – doch selbst hier liegt die Anbaufläche inzwischen bei 21 900 Hektar.

 

Sojablüte

Diese beachtlichen Zuwächse sind das Ergebnis jahrelanger Forschung und der Vermittlung von Wissen. „Soja und andere Leguminosen baut man nicht einfach an – es braucht für unseren Standort richtige Sorten, Erfahrung im Anbau und schließlich Verarbeitungs- und Vermarktungsmöglichkeiten“, so Eiden. „Dies zu fördern, war und ist die Aufgabe der Eiweißpflanzenstrategie, die das Bundeslandwirtschaftsministerium 2012 ins Leben rief.“ Inzwischen ist die Nachfrage nach Leguminosen auch seitens der Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich gestiegen: Die Fleischersatzproduktion legt zu, viele Verarbeitungsbetriebe setzen auf vegetarische oder vegane Produktalternativen – zum Teil hergestellt aus Hülsenfrüchten. Internationale Unternehmensberatungen prognostizieren, dass der Markt für pflanzliches Eiweiß bis 2029 einen Umsatz von 140 Milliarden US-Dollar erreichen wird.