Blühflächen

Wie die Ansaat, so die Blüte

Schwarzenau-Walzen_B
Dr. Pankraz Wechselberger, LfL Agrarökologie, Freising
am Donnerstag, 22.04.2021 - 10:01

Was jetzt bei der Ansaat von Blühflächen entscheidend ist.

Blühflächen machen den Einsatz der Landwirtschaft für die Biodiversität sichtbar. Damit sie ihre ökologische Wirkung entfalten, Arten- und Lebensraumvielfalt verbessern und die Landschaft mit Struktur und Farbe bereichern, muss man bei ihrer Anlage besonders sorgfältig vorgehen. Mängel bei der Ansaat später noch zu beheben, ist nur sehr begrenzt möglich.

  1. Standortwahl und Saatbettvorbereitung: Der Standort ist so auszuwählen, dass möglichst keine Vorbelastungen mit Problemunkräutern wie Ackerkratzdistel, Quecke oder Stumpfblättrigem Ampfer bestehen. Stark verunkrautete Flächen sind vor der Winterpflugfurche durch geeignete Maßnahmen von Unkräutern zu befreien. Ebenso sollte zuvor kein Wirtschaftsdünger ausgebracht worden sein.
    Im Frühjahr wird mit einer Kreiselegge eine feinkrümelige Struktur hergestellt. Dies ermöglicht das Absetzen des Bodens sowie das Auflaufen nicht erwünschter Beikräuter. Zur Aussaat (nach ca. 2 Wochen) sollte der Boden nochmals flach (ca. 5 cm tief, um die Bodenfeuchte zu halten) mit der Kreiselegge gelockert werden. So werden unerwünschte Beikräuter entfernt und das Saatbett noch einmal eingeebnet. Das Saatbett sollte feinkrümelig und abgesetzt sein – je sorgfältiger, desto besser. Pfluglose Verfahren sind auch möglich, wenn die Pflanzenreste sehr gut eingearbeitet wurden.
  2. Vorbereiten der Saatmischung: Zunächst sollte man den Saatgutanhänger und das Merkblatt zu Kulap-Qualitätsmischungen gut durchlesen. Vor der Aussaat ist ein gründliches Mischen des Saatgutes notwendig, weil die Sämereien unterschiedlich groß und schwer sind. Es empfiehlt sich, Sojaschrot (oder auch Getreide-, Maisschrot, eventuell auch Sägemehl bei Ökobetrieben) im Verhältnis 1 : 4 unterzumischen. Der Schrot haftet an den unterschiedlichen Samen an und gewährleistet dadurch eine gleichmäßige Verteilung. Die Ansaatstärke der Blühmischung ohne Füllstoff beträgt circa 1 g/m2 beziehungsweise 10 kg/ha. Die Herstellerangaben sollte man dabei unbedingt beachten.
  3. Aussaatzeit: Der Saatzeitpunkt kann je nach Saatmischung und Standort variieren und liegt zwischen Mitte April und Ende Mai. Optimal ist der Zeitpunkt der Maissaat (plus ca. 3 Wochen später), wenn keine Spätfröste mehr zu befürchten sind. Darüber hinaus ist auch ein optimales Saatfenster mit angekündigtem Regen wichtig.
  4. Saattechnik: Die Saatgutmischung kann mit der Sämaschine (mit hochgestellten Säscharen) oder dem Düngerstreuer ausgebracht werden. Kleinere Flächen sollte man besser mit der Hand aussäen. Das Saatgut muss unbedingt obenauf abgelegt werden. Da es sich bei den Pflanzen überwiegend um Lichtkeimer handelt, darf man sie nicht vergraben. Nach der Aussaat sollte unbedingt bei nicht zu feuchtem Boden angewalzt werden. Dies erfolgt zum Beispiel mit einer Cambridgewalze, um einen guten Bodenschluss zu erreichen. Bei sandigen und trockenen Böden empfiehlt es sich, die Fläche auch schon vor der Saat mithilfe der Walze zu verfestigen.
  5. Pflanzenbauliche Anforderungen: Das Wetter im Aussaatjahr hat einen erheblichen Einfluss auf die Keimung und die Entwicklung. Es soll ein rascher und dauerhafter Bestandsschluss erfolgen, damit auch die Verunkrautung möglichst gering ist. Untersuchungen zeigen, dass eine Zielkonkurrenz zwischen schneller/starker Bodenbedeckung und Blühaspekt/Vielfalt besteht. Schnelle Keimung und ein einhergehender rascher Bestandsschluss unterdrücken keimende Unkräuter. Offener Boden dagegen bietet konkurrenzschwächeren Arten die Chance, sich zu etablieren – Unkräutern jedoch auch. Ziel ist es, dass sich möglichst viele der eingesäten Arten entwickeln und diese so eine große Strukturvielfalt schaffen.
  6. Pflege: In aller Regel sollte die Pflege unterbleiben beziehungsweise unterbleiben können. Notfalls müssen Problemunkräuter entfernt werden. Das sollte aber nur punktuell erfolgen.