Jahresbericht

Absatz an Pflanzenschutzmitteln sinkt deutlich

Pflanzenschutz_Getreide
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 12.08.2020 - 15:35

Das geht aus dem entsprechenden Jahresbericht zum Absatz an Pflanzenschutzmitteln hervor, den die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, heute in Berlin gemeinsam mit BVL-Präsident Friedel Cramer vorgestellt hat.

Die zentralen Ergebnisse für 2019 lauten:

  • Die Menge an verkauften Pflanzenschutzmitteln im Inland ist im Vergleich zum Vorjahr um etwa 6,7 Prozent gesunken. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die trockene Wetterlage.
  • Der Absatzrückgang ist weitgehend auf die geringere Nachfrage nach Herbiziden (Rückgang um 6,5 Prozent) sowie Fungiziden (Rückgang um 10 Prozent) zurückzuführen.
  • Hervorzuheben ist insbesondere der Rückgang bei Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Glyphosat: Der Absatz hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 11,3 Prozent verringert.
  • Damit wird der generelle Abwärtstrend, der für Herbizide im Allgemeinen und Glyphosat im Speziellen seit 2012 zu beobachten ist, weiter bestätigt.

Angepasste Pflanzenschutzstrategien

BVL-Präsident Friedel Cramer wies darauf hin, dass die Landwirte nicht blind draufhalten, sondern sehr wohl die Rahmenbedingungen berücksichtigen: „Die Schwankungen zwischen einzelnen Jahren deuten darauf hin, dass die Notwendigkeit des chemischen Pflanzenschutzes auch von der Witterung abhängt und die Landwirte dem Rechnung tragen."

Außerdem merkte er an, dass aufgrund der hohen Anforderungen an die Unbedenklichkeit von Pflanzenschutzmitteln diese mit den Jahren immer besser geworden seien: "Das Bundesinstitut für Risikobewertung prüft vor der Zulassung, dass keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen und Tieren zu befürchten sind. Das Umweltbundesamt ist dafür zuständig, dass Pflanzenschutzmittel keine unannehmbaren Auswirkungen auf die Umwelt haben“

BÖLW: Einfluss der Biobauern berücksichtigen

Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, sieht in den Zahlen keine große Erfolgsbilanz. Er spricht von einem erwartbaren Effekt. Zum einen, so seine Argumentation, würde die ökologisch bewirtschaftete Fläche steigen und auf 95 % dieser Fläche keine Pflanzenschutzmittel gespritzt werden. Ähnlich verhalte es sich mit den Blühflächen und ökologischen Vorrangflächen der konventionellen Kollegen.

Zum anderen habe die trockene Witterung einen geringeren Aufwand erlaubt. Er wählt als Bezugsgröße, die tatsächlich gespritzte Fläche und auf dieser habe sich in den letzten 25 Jahren die Aufwandmenge pro Hektar nicht reduziert.