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Bits, Bytes, Bauernhof

Studie belegt: Digitalisierung in der Landwirtschaft schreitet voran

Kameragesteuerte Hackgeräte sorgen für höhere Präzision auf dem Feld und einen effizienteren Einsatz von Betriebsmitteln.
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Redaktion Wochenblatt
am Mittwoch, 25.01.2023 - 14:50

Automatische Lenksysteme, GPS-Steuerung beim Düngen und Spritzen sowie Drohnen kommen auch in Bayern immer öfter zum Einsatz.

Die Digitalisierung der bayerischen Landwirtschaft kommt immer stärker voran. Das wird jetzt auch durch eine Studie der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) belegt, teilte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber in München mit.

„Wir wollen die Betriebe fit für die Zukunft machen. Damit wir sie dabei effektiv begleiten können, müssen wir wissen, wie schnell sie auf technische Neuerungen reagieren und wo sie die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen. Das Ergebnis zeigt uns, dass unsere Landwirtschaft digital vorne mit dabei ist. Unsere Landwirtinnen und Landwirte sehen darin eine effektive Arbeitsentlastung, Digitalisierung bringt mehr Tierwohl, sie hilft wirtschaftlicher mit ihren Betriebsmitteln umzugehen und kommt damit nicht zuletzt auch der Umwelt zugute“, sagte die Agrarministerin.

LfL-Studie analysiert die Entwicklung in Bayern

Die LfL-Studie basiert auf einer Umfrage unter Landwirtinnen und Landwirten. Sie analysiert die Entwicklung in den vergangenen beiden Jahren in Bayern im Detail. Danach wurden auf den Feldern in diesem Zeitraum die größten Steigerungsraten bei den automatischen Lenksystemen für Traktoren verzeichnet. Mittlerweile werden solche Systeme in rund 30 % der Betriebe eingesetzt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Neben der Arbeitsentlastung der Landwirte helfen die Lenksysteme auch dabei, Betriebsmittel einzusparen.

Ebenfalls hohe Steigerungsraten hat die Studie beim GPS-gesteuerten Düngen und Spritzen verzeichnet. Rund 20 % der Betriebe machen davon Gebrauch. Bei dieser Technik werden durch die zentimetergenaue Steuerung der Geräte Pflanzenschutz- und Düngemittel eingespart.

Drohnen im überbetrieblichen Einsatz

Außerdem wurde erfasst, wie die Landwirte digitale Landtechnik überbetrieblich und durch Dienstleister nutzen. Hier wurden vor allem Drohnen genannt. Mehr als 10 %der Betriebe machen von diesem Angebot Gebrauch. Mit Drohnen werden inzwischen großflächig und erfolgreich Nützlinge wie die Schlupfwespe im Mais ausgebracht.

Georeferenzierte Bodenproben lassen der Studie zufolge fast 11 % der Betriebe ziehen. Damit können Landwirtinnen und Landwirte Düngemaßnahmen exakt und kleinflächig umsetzen. So lassen sich Veränderungen über mehrere Jahre und Jahrzehnte genau analysieren sowie beispielsweise Maßnahmen zum Humusaufbau überprüfen.

Dünge- und Pflanzenschutzmitteleinsatz optimieren

Ein weiteres Ergebnis der LfL-Studie: Landwirte, die teilflächenspezifische Düngung und Pflanzenschutz oder digitale Hacktechnologien bisher nicht angewendet haben, signalisierten ein gesteigertes Interesse, das künftig zu tun. Ihr Ziel sei es, damit den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln weiter zu optimieren.

In der Nutztierhaltung haben in den vergangenen beiden Jahren besonders Stallkameras, Sensoren und Herdenmanagement-Software zur Verhaltens- und Gesundheitsüberwachung der Nutztiere sowie Melkroboter weiter an Bedeutung gewonnen. Die damit gesammelten Daten und die darauf basierenden automatisierten Auswertungen helfen den Betrieben vor allem, den Gesundheitszustand ihrer Nutztiere laufend zu erfassen und frühzeitig zu erkennen, wenn ein Tier Hilfe braucht. Dadurch kann der Landwirt so schnell wie möglich Maßnahmen ergreifen und auch die Wirksamkeit seiner Maßnahmen prüfen, zum Wohl der Tiere.

Die Studie wurde von der LfL an ihrem neuen Standort in Ruhstorf an der Rott erstellt, der sich speziell mit allen Fragen der Digitalisierung widmet.

Mit Material von StMELF