Pflege

Rasenmäher: Fit für die kommende Saison

Rasenmäher-1-A
Ursula Brenner
am Dienstag, 08.12.2020 - 07:20

Gut geschützt durch die kalte Jahreszeit: Rasenmäher reinigen, kontrollieren und konservieren. Dann läuft die Maschine auch im nächsten Jahr wieder rund.

Rasenmäher-Winter Check-2

Der ideale Zeitpunkt für einen umfänglichen Geräte-Check von Rasenmähern, Aufsitzmähern und anderen motorisierten Gartenhelfern ist das Winterfestmachen der Maschinen. Hauptziel ist, dass die Helfer im folgenden Frühjahr auf Anhieb wieder einsatz- und funktionsfähig sind. Wesentlich ist auch die Arbeitssicherheit.

Messer, Schlegel und Klingen sind ständiger, hoher Belastung und Verschleiß ausgesetzt. Bei Messergeschwindigkeiten von teils über 200 km/h muss hier alles tipptopp in Ordnung sein. Positive Begleiterscheinungen des Geräte-Checks sind eine verlängerte Lebensdauer und ein erhöhter Werterhalt.

Rasenmäher-Aufmacher

Jeder Check-Up beginnt mit den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen. So muss vor jeder Aktion am Gerät ein versehentliches Anlaufen der Maschine ausgeschlossen werden:

  • Bei Elektromähern muss der Netzstecker gezogen sein.
  • Bei batteriebetriebenen Geräten entnimmt man die Akkus und betätigt gegebenenfalls den Aus-Schalter oder zieht den Sicherheitsschlüssel.
  • Bei Motorgeräten mit Seilstart ist der Zündkerzenstecker abzuziehen.
  • Um bei Aufsitzmähern auf Nummer sicher zu gehen, muss der Zündschlüssel abgezogen und wenn möglich die Batterie abgeklemmt werden.
  • Benzinhähne und Tankentlüftungen sind zu schließen. Grundsätzlich muss für eine gute Belüftung gesorgt sein und die Maschine sicher stehen.
  • Selbstverständlich sollte sein, dass keine Zündquellen in der Nähe sind und schnittfeste Handschuhe getragen werden.

Frischer Glanz und gut geschmiert

Rasenmäher-Winter Check-3

Losen Schmutz, Staub, Blätter und Äste kehrt man mit einem Handbesen ab. Anhaftende Verschmutzungen entfernt ein feuchter Lappen und schonendes Reinigungsmittel. Der von uns befragte Experte aus dem Hause AS-Motor weist darauf hin, dass gerade sich zersetzendes, feuchtes Gras und Laub besonders korrosiv zu Metallen und Oberflächen sind. Zu achten ist deshalb auf Faulnester in Ecken und Winkeln der Maschine.

Besonders effektiv und schonend lässt sich die Karosserie mit Druckluft reinigen. Vom Gebrauch von Hochdruckreinigern wird dagegen abgeraten. Empfindliche Lager und Bauteile würden entfettet, Wasser dringt ein und Reinigungszusätze sind zudem oftmals besonders korrosiv. Fließendes Wasser aus dem Schlauch kann verwendet werden. Aber auch hierbei empfindliche und elektrische Teile aussparen und keinen direkten Strahl auf Lager richten.

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Beim Reinigen der Karosserie können gleichzeitig die Bowdenzüge und ihre Außenhüllen überprüft werden. Scheuerstellen, Knicke, Quetschungen und gebrochene Litzen beeinflussen die korrekte Funktion. Auch weitere Schäden können daraus resultieren, wenn etwa eine Kupplung das Getriebe nicht richtig auskuppelt. Zur Schmierung der Bowdenzüge sollte am besten ein Silikon-Schmierstoff verwendet werden. Im Gegensatz zu Ölen und Fetten verharzt und verklebt dieser nicht. Und es bleibt weniger Schmutz daran haften.

Nach dem Reinigen können nun alle Gelenke, Scharniere und Bedienhebel mit harzfreiem Multifunktions-Öl geschmiert werden. Hierbei ist zu beachten, dass auf Antriebs- oder Keilriemen, Riemenscheiben, Bremsbeläge oder Trockenkupplungen kein Schmierstoff, Öl oder Wachs gelangen darf.

Das Herzstück Mähwerk ordentlich säubern

Um an das Mähwerk zu gelangen, müssen die Mäher aufgestellt, umgelegt oder zur Seite geneigt werden. Bei elektrischen oder mit Akku betriebenen Mähern ist das kein Problem. Bei Verbrennungsmotoren gilt folgendes: Den Benzinhahn und die Tankentlüftung schließen, bei undichtem Tankdeckel den Kraftstoff vorher ablassen. Nach der Entnahme des Luftfilters kann der Mäher zur Seite gelegt werden. Achtung: Bei 4-Takt-Motoren muss das Luftfiltergehäuse beim Umlegen des Mähers immer oben sein, d. h. über dem Kurbelgehäuse. Sonst läuft Motorenöl in das Gehäuse und verschmutzt den Ansaugkanal und den Luftfilter.
Zum sicheren Neigen eines Aufsitzmähers kann man einen Serviceständer verwenden. Ansonsten kann die Maschine auf Auffahrrampen gefahren werden und ist somit von unten zugänglich. Achtung: Gegen Wegrollen oder Umfallen sichern.
Am besten lassen sich Mähwerke und Mähhauben gleich nach dem letzten Einsatz reinigen, da dann die anheftenden Grasreste noch feucht sind. Nehmen Sie zum Ausschaben Werkzeuge aus Holz oder Kunststoff, um beschichtete Oberflächen nicht unnötig zu beschädigen.
Obwohl vom Gebrauch eines Hochdruckreinigers grundsätzlich abgeraten wird, kann er bei der Reinigung des Mähdecks die Arbeit erheblich vereinfachen. Hier sind unbedingt folgende Hinweise zu beachten: Reinigen Sie damit nur die Metall- oder Aluflächen der Unterseite des Mähgehäuses und verwenden Sie keine Reinigungsadditive. Die Messerlagerung, die Kurbelwelle und die Messerkupplung müssen bei der Arbeit mit dem Hochdruckreiniger ausgespart werden und ein Düsenabstand von 20 bis 30 cm ist einzuhalten. Nach einer Nasswäsche ist es vorteilhaft, wenn man die Maschine kurz laufen lässt.

Sind Messer und Klingen noch in Ordnung?

Nach dem Reinigen werden die Messer und Klingen begutachtet: Sind Risse, Verformungen oder Beschädigungen ersichtlich? Sind die Messer scharf oder müssen sie geschärft werden? Hat die Abnutzung der Messer schon die Minimal-Markierung erreicht? Sind die Sicherungsschrauben lose oder abgenutzt? Sind alle Sicherheitsblenden oder Auswurf-Schutzlappen intakt?
Sollten Sie bei der Inspektion des Messersystems und seiner Schutzblenden Abnormitäten feststellen, muss man eine Fachwerkstatt die notwendigen Reparaturen ausführen lassen. Von fehlerhaften Messersystemen geht eine große Gefahr für den Nutzer oder Passanten aus. Reparaturen am Messer dürfen nur Fachkundige durchführen. Selbst beim einfachen Nachschärfen von Klingen und Messern ist eine Kontrolle der Unwucht notwendig. Ohne Spezialwerkzeug dazu werden Vibrationen der Maschine dauerhaft zusetzen.
Nach dem Reinigen und dem Messer-Check werden das Mähdeck und die Messer von unten konserviert und vor winterlicher Korrosion geschützt. Verwenden Sie dazu wachs- oder ölhaltige Pflegemittel. Der Experte verweist darauf, dass keine Oberflächenbeschichtung, egal ob Lackierung, Pulverbeschichtung oder Verzinkung dauerhaft in einem Mähdeck hält. Aufgewirbelte Steinchen und Sand, aggressive Pflanzensäfte und dauernde Feuchtigkeit sind stärker. Leichte Flugrostbildung und Korrosion ist deshalb normal.

Das Wellness-Programm für den Motor

Zu Beginn gleich eine gute Nachricht für alle Besitzer von Elektro- oder Batteriemähern. Elektromotoren sind normalerweise wartungsfrei. Nur gelegentlich muss ein Luftfiltervlies des Kühlventilators gereinigt werden. Bei Verbrennungsmotoren müssen dagegen einige Punkte abgearbeitet werden.
Zuerst wird der Luftfilter ausgebaut und auf Verunreinigungen untersucht. Trockener Staub, Pflanzensamen und Fremdkörper lassen sich ausklopfen. Beschädigte, stark verschmutzte oder durch Öl und Benzin verunreinigte Filter müssen dagegen ersetzt werden.
Beim Filterkauf sollte man unbedingt auf Originalteile des Herstellers achten. Aktuell seien sehr viele minderwertige Kopien im Handel erhältlich. Motorschäden durch kopierte Filter würden in letzter Zeit immer häufiger. Hinzu kommt, dass die Staubbelastung der Motoren durch die Trockenheit in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat. Verkürzen Sie deshalb das Kontrollintervall des Luftfilters während der laufenden Saison.

Vergaser und Tank entleeren

Den Vergaser muss man vorsichtig von außen reinigen. Achtung, dass keine Zugfedern beschädigt werden oder Schrauben sich lösen. Bei 4-Takt-Motoren wird der Vergaser zudem vor der Einlagerung geleert: Benzinhahn schließen, Motor starten und leerlaufen lassen, bis er von selbst ausgeht. Im Benzinfilter und der Kraftstoffleitung verbleibt noch Kraftstoff, der Vergaser ist aber fast ganz entleert. Manche Vergaser besitzen zudem eine Ablassschraube für den Restkraftstoff. 
Versuchen Sie beim letzten Mähen den Benzintank so weit wie möglich leer zu fahren. Maschinen mit Metall-Tanks überwintert man dagegen besser in vollem Zustand, um Korrosion und Kondenswasser zu vermeiden.
Bei Geräten mit 2-Takt-Motoren (außer Motorsägen und Freischneider) muss der Vergaser (wie beim Viertakter) ebenfalls für die Einlagerung entleert werden. Im Anschluss empfiehlt es sich zudem, den Kraftstofftank zu leeren, da sich das 2-Takt-Gemisch über den Winter entmischen könnte und es dann im Frühjahr zu Motorschäden kommen kann. Die Tankentlüftung bleibt geöffnet, der Benzinhahn aber geschlossen. Bei Temperaturunterschieden könnte sich der Tank sonst einbeulen oder dehnen.
Grundsätzlich gilt für 2-Takt-Gemische: nur vollsynthetische 2-Takt-Öle, veraltete, mineralische Öle haben ausgedient. Öl kann im Kraftstoffgemisch von 2-Takt-Motoren den Kraftstofffilter während der Winterzeit eventuell verkleben. Der Experten-Tipp: „Spendieren Sie ihrem Zwei-Takt-Mäher im Frühjahr einen neuen Kraftstofffilter. Dieser kostet wenig und beugt Startproblemen und unrundem Motorlauf vor.“

Saubere Kühlung und ausreichend Öl

Benzinmotoren von Rasenmähern sind meist luftgekühlt. Die Lüftungsgitter der Kühlluftansaugung müssen im Rahmen des Winter Check-Ups gereinigt werden. Kontrollieren Sie zudem, wenn möglich, ob die Kühlrippen des Motors sauber sind und die Luftleitbleche intakt. Die Reinigung und volle Inspektion kann jedoch nur ein Fachhändler durchführen, da das Kühlsystem mit Motorabdeckungen versehen ist. Denken Sie daran, dass verschmutze Kühlrippen zu einer Überhitzung des Motors führen können.
Bei 4-Takt-Motoren prüfen Sie den Ölstand mittels Messtab. Eventuell fehlendes Öl wird bis zur Maximal-Markierung mit dem verlangten Öl nachgefüllt. Vergewissern Sie sich, dass das Ölwechsel- und Ölfilter-Service-Intervall für den Motor, den Hydrostaten und ggf. für das Getriebe eingehalten wurde. 2-Takt-Motoren enthalten kein Motorenöl.

Batterien richtig überwintern

Bezüglich der Batterien gibt es Folgendes zu beachten. Auch wartungsfreie Nass- und Gelbatterien müssen bei Nichtbenutzung regelmäßig geladen und somit erhalten werden. Eine einmal tiefentladene Batterie trägt einen dauerhaften Schaden davon. Daher empfiehlt es sich bei Frostgefahr, die Batterie auszubauen und an einem trockenen Lagerort bei 15 bis 18 °C zu lagern. Das Gleiche gilt für Li-Ion-Akkus. Die Batterien von Aufsitzmähern sollten zudem mindestens einmal im Monat geladen werden. Besonders hilfreich sind dazu sogenannte Dauererhaltungs-Ladegeräte mit intelligenter Elektronik. Diese sind schon für rund 20 € im Autozubehörhandel erhältlich.
Li-Ion-Akkus sollten mit einem Ladestand von ca. 50 % eingelagert werden. Grundsätzlich gilt, dass Batterien an einem brandsicheren Ort, etwa in einem Stahlschrank oder einer Metallkiste gelagert werden müssen. Besonders von beschädigten Li-Ion-Akkus geht eine erhöhte Brandgefahr aus.