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Neuheit Mercedes Benz

Die neuen Unimog: stärkere Modelle und neue Federung

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Thomas Göggerle
am Montag, 20.12.2021 - 07:43

Die Unimog-Modelle U 435 und U 535 bekommen mehr Leistung. Wir erklären, die spannendsten Neuheiten an den Unimog-Geräteträgern und warum der Unimog seit kurzem zu einem anderen Unternehmen gehört.

Der Unimog ist Kult und feiert 2021 sogar sein 75. Geburtstag. Für das Maschinenjahr 2021 gibt es ein Update der Unimog-Geräteträger. Die bekomen neben kleinen Verbesserungen mehr Leistung, eine neue Federung und eine Komfortlenkung. Wir erklären die Unimog-Neuheiten im Einzelnen und warum die Agrarausstattung den Unimog für die Landwirtschft interessant macht.

Unimog U 435 und U 535 - das sind die neuen Modelle mit mehr Motorleistung

Die Unimogs U 435 und U 535 bekommen 54 PS mehr Leistung als ihre Vorgänger, die sich U 430 und U 530 nannten. Der 6-Zylindermotor von Daimler mit 7,7 l Hubraum leistet 354 PS und bietet ein Drehmoment von 1.380 Nm bei 1.800 U/min. Die Motoren in den neuen Unimogs erfüllen die Abgasnorm Euro VI E, die für Lkws gilt.

Getriebe im Unimog: 89 km/h Spitze und CVT-Getriebe bis 50 km/h möglich

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Ein 24-22-Getriebe beschleunigt die Unimogs auf 90 km/h Maximalgeschwindigkeit. In den Unimog-Modelle U 435 und U 535 verbesserte Daimler die Schaltabstimmung und Kupplungsregelung, was die Schaltunterbrechung deutlich verkürzen soll. Die langfristigen Folgen sind nach eigenen Angaben weniger Kraftstoffverbrauch und komfortableres Arbeiten.

Auf Wunsch gibt es für den Unimog das zusätzliche CVT-Getriebe EasyDrive. Der Fahrer wechselt in voller Fahrt zwischen den beiden Antriebsarten Hydrostat oder Schaltgetriebe und fährt stufenlos bis zu 50 km/h oder im Achtgang-Schaltgetriebe bis 89 km/h.

Neuer Unimog U 327, aber Vorgänger U 323 bleibt erhalten

Unterhalb der schweren Unimog Geräteträger rangiert ein neues Modell: der U 327 ist mit 272 PS der Nachfolger des U 323 und bekommt im Vergleich zum Vorgänger ein Leistungszuschlag von 41 PS. Aber der U 323 verschwindet nicht, sondern steht weiterhin in der Produktpalette der Unimogs.

Vorteile der der mittelschweren Unimog sind:
  • leichterer Rahmen
  • kürzerer Radstand
  • wendiger
  • mehr Nutzlast
Optional ist eine große Pritsche und der lange Radstand lieferbar

Unimog mit neuer hydropneumatischer Federung, tschüss Schraubenfedern

Die hydropneumatische Federung für die Hinterachse ist eine weitere Neuheit des Unimog Modelljahr 2021. Das Federungssystem basiert auf Gasspeichern und Hydraulikzylindern anstelle der sonst üblichen Schraubenfedern. Dieses System ermöglicht neben einem immer konstanten Fahrniveau bei unterschiedlichen Beladungszuständen oder Heckanbaugeräten ein stabileres Fahrverhalten und eine Hilfe beim Auf- und Absatteln von Aufbaugeräten.

Unimog lässt sich mit der Komfortlenkung leichter steuern

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Fährt ein Traktor oder Unimog sehr langsam, ist für das Lenken mehr Kraft notwendig. Eine neue Komfortlenkung im Unimog soll die Lenkkräfte bei niedrigen Geschwindigkeiten und im Stand verringern. Das soll nach Angaben von Daimler besonders vorteilhaft bei Arbeiten mit schweren Frontanbaugeräten wie zum Beispiel Mähkombinationen oder großvolumiger Bereifung der Fall sein.

Das elektrohydraulische System arbeitet geschwindigkeitsabhängig auf die jeweilige Fahrsituation angepasst. So erzeugt die Komfortlenkung ein variables und der Fahrsituation angepasstes Lenkgefühl.

Unimog mit Agrarausstattung für die Landwirtschaft

Ist der Unimog in der Landwirtschaft im Einsatz, muss er einige spezielle Funktionen und Ausstattungen mitbringen. Mit der Agrarausstattung gibt es für den Unimog beispielsweise folgende Ausstattungen, die für die Landwirtschaft gedacht sind:

  • Frontzapfwelle mit Frontkraftheber
  • Heckkraftheber mit Hubwerksregelung
  • ISOBUS
  • die Reifendruckregelanlage tire-control
  • LS-Hydraulik.
  • mechanischen Heckzapfwelle

Unimog mit Traktorzulassung bringt Vorteile

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Der Unimog kann als Zugmaschine oder nach EU-Typgenehmigung für schnelllaufende Traktoren T1b zugelassen werden. Damit profitiert er gegebenenfalls nicht nur von Steuer- und Mautbefreiungen, sondern kann auch an Sonn- und Feiertagen eingesetzt werden.

Der Unimog ist nach Angaben von Daimler Trucks ideal für schwere Anhänger und ermöglicht eine Stützlast von bis zu 3 t. Dazu wird am Agrar-Unimog ein verstärkter Schlussquerträger verbaut. Bei voller Ladung erreicht der Unimog eine maximale Anhängergesamtmasse von 27 t. Voraussetzung ist die Zulassung als Zugmaschine.

Warum gehört Unimog zu einem neuen Unternehmen?

Die Unimogs gehören umgangssprachlich zu Mercedes Benz. Doch eigentlich waren die Unimogs bisher unter der LKW-Sparte der Daimler AG zu Hause. Erst in diesem Jahr hat sich die gesamte LKW-Sparte und damit auch die Unimogs von Daimler abgespaltet. Seit dem 10.September 2021 fungiert das neue Unternehmen als Daimler Truck AG sogar an der Börse und hat so die uneingeschränkte unternehmerische Eigenständigkeit erhalten.

Was viele nicht wissen: Unter Daimler Truck sind weltweit sieben Marken vereint. Während Marken wie Mercedes-Benz und Setra in Deutschland geläufig sind, kennen nur wenige die Markennamen BharatBenz, Freightliner, FUSO, Thomas Built Buses und Western Star.

Wo wird der Unimog gebaut?

Die Unimogs wurden von Mercedes-Benz seit 1951 im Werk in Gaggenau gebaut. 2002 wechselte die Produktion nach Wörth. Bis heute wurden rund 360.000 Unimogs produziert. Hauptabnehmer der Unimog-Geräteträger sind der öffentliche Dienst, kommunale Unternehmen, die Bau- und Energiewirtschaft sowie die Industrie. In der Landwirtschaft spielt der Unimog nur noch vereinzelt eine Rolle. Jährlich werden 150 bis 200 Unimogs als Zugmaschine neu zugelassen.