Straßenverkehrsordnung

Neue Bußgelder: Hier müssen Landwirte im Straßenverkehr aufpassen

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Viktoria Hoffmann
am Mittwoch, 20.10.2021 - 10:17

Am 10. November 2021 tritt die neue Straßenverkehrsordnung in Kraft. Womit Landwirte dann rechnen müssen.

Obwohl Geschwindigkeitsüberschreitungen für Traktoren und Selbstfahrende Arbeitsmaschinen wie Mähdrescher oder Feldhäcksler wegen ihrer geringen Höchstgeschwindigkeit selten ein Problem sind, kommt es vor, dass ein 50 km/h-Traktor in der 30er-Zone zu schnell fährt.

Der aktualisierte Bußgeldkatalog sieht wesentlich höhere Strafen als bisher für Geschwindigkeitsüberschreitungen vor. Deshalb lohnt es sich als Fahrer für Land- oder Forstwirtschaft (LoF) aufzupassen. Außerorts müssen Lkw-Fahrer und Pkw-Fahrer mit Anhänger bei bis zu 10 km/h bald mit 30 € statt wie bisher 15 € rechnen. Bei bis zu 20 km/h Geschwindigkeitsüberschreitung verdoppelt sich fast das Bußgeld von 40 € auf 70 €.

Innerorts bei bis zu 10 km/h Überschreitung werden in Zukunft 40 € statt 20 € fällig. Lkw-Fahrer und Pkw-Fahrer mit Anhänger, die Geschwindigkeiten bis zu 15 km/h überschreiten, zahlen anstelle der bisherigen 30 € nun 60 € Strafe.

Geschwindigkeitsüberschreitungen über 60 km/h kosten zukünftig 800 € statt wie bisher 680 €. Übrigens: Fahrverbot droht Fahrern, bei denen innerhalb von 12 Monaten vor dem neuen Verstoß bereits eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 km/h oder mehr erfasst worden ist.

Neue Strafen für falsches Abbiegen und Durchfahrtsverbot

Landwirte, die mit einem Fahrzeug ab 3,5 t wie Traktor oder Lkw unterwegs sind, müssen beim Rechtsabbiegen in Schrittgeschwindigkeit fahren. Fahrer, die das nicht einhalten, werden mit einem neuen Bußgeld in Höhe von 70 € und mit einem Punkt in Flensburg abgestraft. Missachten Fahrer von Traktor, LKW und sonstigen Fahrzeugen über 3,5 t das Durchfahrtsverbot, sieht die neue Straßenverkehrsordnung Bußgelder in Höhe von 100 € und nicht wie bisher 70 € vor.

Überladene Anhänger: So hoch sind Bußgelder und Sanktionen

Anhänger forst- und landwirtschaftlicher Fahrzeuge dürfen nicht überladen werden. Schon bei einer Überladung um zwei Prozent drohen Bußgelder.

So kann bei einem Tandem-Wannenkipper mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 22 t bereits bei einer Überladung von 440 kg ein Bußgeld fällig werden. Die Überladung von mehr als 30 Prozent zieht ein sensibles Bußgeld in Höhe von 425 Euro sowie einen Punkt in Flensburg nach sich.

Das kostet die Überladung einer Landmaschine mit Anhänger über 2 t:

  • um 2 bis 5 Prozent (%): 35 Euro   
  • um über 5 %: 140 Euro und 1 Punkt
  • um über 10 %: 235 Euro und 1 Punkt
  • um über 15 %: 285 Euro und 1 Punkt
  • um über 20 %: 380 Euro und 1 Punkt
  • um über 25 %: 425 Euro und 1 Punkt
  • um über 30 %: 425 Euro und 1 Punkt

Bußgelder online ausrechnen

Zu schnell gefahren, falsch abgebogen oder den Abstand nicht eingehalten? Im neuen Bußgeldrechner erfahren Auto-, Lkw- und Traktorfahrer, ob es sich lohnt, Einspruch einzulegen. Außerdem lässt sich hier ausrechnen, wie teuer Verkehrsverstöße mit Pkw oder Lkw sind.