Maschinenpflege

Maschinen einwintern: Ab in den Winterschlaf

Einwinter
Helmut Süß
Helmut Süß
am Donnerstag, 10.12.2020 - 10:39

Nach den letzten Einsätzen sollten Maschinen und Geräte sauber gepflegt und winterfest gemacht werden. Hier einige Tipps, damit es nach dem Winterschlaf im nächsten Jahr kein böses Erwachen gibt.

Wintercheck-Reparieren

Ein Jahr lang haben die Maschinen ihr Bestes gegeben. Jetzt kommt der Winter und danach müssen sie wieder ran. Worauf kommt es beim Einwintern von Landtechnik an? Egal, ob Mähwerk, Ladewagen, Grubber oder Pflug sowie Feldspritze etc. vier wichtige Punkte sollten immer berücksichtig werden:

  • Maschinen gründlich säubern bzw. waschen,
  • Kontrolle bzw. Fehlersuche und -behebung,
  • abschmieren und konservieren,
  • an einem geeigneten witterungsgeschützten Platz sicher abstellen.

Die Maschinen und Geräte gut zu pflegen, erhöht die Lebensdauer und Einsatzsicherheit der Maschinen in der Saison. Die einzelnen Arbeitsschritte sind in der Regel bekannt und auch nicht kompliziert. Um Fehler zu vermeiden, sollte man nie unter Zeitdruck gearbeitet werden. Daher ist jetzt die richtige Zeit in Ruhe die Maschinen winterfest zu machen. Dabei immer die Sicherheitsvorkehrungen beachten: Motor abstellen, Absperrhahn verriegeln, Geräte wie Mähwerk mit Böcken absichern, nie an laufenden Geräten und Maschinen arbeiten etc.

Vor dem Einwintern reinigen

Wintercheck-Abstellen-1

Grundsätzlich sollte eine Maschine, die ins Winterquartier kommt, gereinigt und somit sauber sein. Denn bekanntlich ist Schmutz „Gift für den Lack“, hier kann sich leichter der unerwünschte Rost bilden. Vor der Reinigung stellt sich die Frage: Nass oder trocken, das heißt mit Wasser oder mit Luft?

Beide Verfahren sind unterschiedlich geeignet. Je nachdem setzt man besser den Hochdruckreiner oder den Kompressor ein. Für empfindliche Maschinen insbesondere im Motorbereich ist Wasser mit dem Hochdruckreiniger nicht zu empfehlen. Das könnte zu Schäden führen. So sollte man z. B. einen Mähdrescher, insbesondere das Innenleben, mit Luftdruck sauber machen.

Für Ladewagen, Pflug und den Schlepper (außen) ist eine gehörige Wasserdusche nicht verkehrt. Dennoch sollte man bei den empfindlichen Stellen wie Ventile, Kugellager, Elektronik und Motoren aufpassen und nicht mit der Hochdrucklanze bearbeiten. Auspusten mit Kompressor und Luftpistole ist hier geeigneter, um Schäden zu vermeiden.

Wichtig ist, die Maschine nach der Dusche noch einmal laufen zu lassen und sie danach richtig abtrocknen zu lassen. Am besten findet der große Waschtag bei gutem Wetter und milden Temperaturen statt.

Kugellager und Ketten einfetten

Wintercheck-Mähwerk-Kontrolle-Messer

Ist die Maschine sauber und trocken, sollte man anschließend Kugellager und Ketten einfetten. Bei den Geräten mit Keilriemen sollten diese vor dem Winterschlaf gelockert werden. Das gilt ebenso für große Spannfedern – auch sie sollten nicht zu stark gespannt sein. Die motorisierten Maschinen wie Traktor, Häcksler, Mähdrescher etc. sollten für die kalten Tage gerüstet sein.

  • Frostschutz sicherstellen: Reicht der Frostschutz in Kühlerkreislauf und Scheibenwaschanlage nicht aus (–20 bis –40 Grad), muss Frostschutzmittel nachgegossen werden. Danach ist es wichtig, den Motor nochmal anzustellen und warm laufen zu lassen. So ist nicht nur der Kühler vor Frost sicher, sondern auch Kühlkanäle und Motorblock. Zudem schützen Frostschutzmittel vor Korrosion. Deshalb ist es nicht ratsam, das Kühlerwasser abzulassen. Hier kann sich nämlich Rost im Kühler leicht absetzen und zu Schäden am Kühler und am Motorblock führen.
  • Kraftstofftank checken: Auch wenn sich die Maschinen im Winter nicht bewegen, sollte der Tank voll sein. Denn das verhindert mögliche Schäden wie Rost und Korrosion durch Kondenswasser. Natürlich sollte dabei mit Winterdiesel befüllt werden. Auch hier gilt, den Motor nach dem Tanken erneut laufen zu lassen, damit der Kraftstoff auch in Filter und Pumpen gelangen kann.
  • Batterie schützen: Für die Batterien an den Maschinen gilt in der kalten Jahreszeit: Abklemmen und/oder Ausbauen und frostfrei lagern.

Mit einem umfangreichen Geräte-Check vor der Einlagerung der Maschinen schlägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe. Erstens werden die Maschinen richtig gereinigt und dauerhaft konserviert, zweitens werden die Funktionen überprüft und eventuelle Fehler erkannt und drittens zeigt sich, wo Handlungs- oder Reparaturbedarf durch einen Fachmann besteht. Der hat im Winter womöglich auch mehr Zeit, die Maschine wieder in den Bestzustand zu versetzen.

Bei Reifen einem Plattfuß vorbeugen

Wenn bereifte Geräte lange stehen, besteht die Gefahr, dass sich an den Reifen Standplatten ausbilden. Hier drei relevante Maßnahmen:

  1. Auf Verschleiß und Reifenschäden kontrollieren: Ist die Abnutzung schon grenzwertig oder sind gravierende Schäden erkennbar, dann nicht erst kurz vor dem ersten Einsatz einen Ersatzreifen bestellen und erneuern. Das beugt zudem einen möglichen Maschinenausfall in der nächsten Saison vor.
  2. Aufpumpen und Reifendruck anpassen: Die Reifen müssen genügend Luft enthalten, um die schweren Achslasten über den Winter zu tragen ohne flach zu werden. 1 bar Reifendruck ist für den Acker in Ordnung, aber nicht für die Zeit der Einwinterung. Der Reifen verliert ca. 0,1 bar pro Monat, in dem er nicht bewegt wird. Deshalb sollten Traktoren mit einem Reifendruck von 1,5 bis 2 bar über den Winter abgestellt werden. Bei Erntemaschinen dürfen es 2,5 bis zu 3 bar sein. Alternativ kann man die Maschinen auch an allen Achsen aufbocken (siehe Punkt 3).
  3. Aufbocken: Um die Reifen zu entlasten, muss die Maschine an allen Achsen aufgebockt werden. Das gilt besonders für schwere Fahrzeuge. Einige Anbaumaschinen haben dafür einen entsprechenden Ständer.

Checkliste zum Einwintern der Feldspritze

Die Feldspritze mit ihren vielen empfindlichen Bauteilen braucht besonderes Augenmerk und Pflege vor der langen Standzeit. Hier eine Checkliste zum Einwintern:

  • Die Spritze sollte gründlich innen und außen gereinigt werden, dafür gibt es spezielle Reiniger, dann wird sie von eventuellen Pflanzenschutzmittelresten gründlicher sauber.
  • Die Reinigung sollte nur auf dem Acker stattfinden, so vermeidet man Einträge in die Kanalisation oder Vorfluter. Danach die Spritze vollständig entwässern.
  • Über die frostigen Wintermonate sollte man unbedingt Frostschutz in den Tank füllen, dazu eignet sich ‚normales‘ Kühlerfrostschutz in der erforderlichen Konzentration.
  • Danach sollte man alle Funktionen, wie Rührwerk, Einspülschleuse usw. betätigen und auch alle Düsen einschalten, damit das Frostschutzmittel überall vorhanden ist bzw. herauskommt und anschließend abtrocknen lassen.
  • Der nächste Schritt ist das Abschmieren aller Schmierpunkte mit dem passenden Fett.
  • Alle Filter, also die Saugfilter und Druckfilter, aber auch die Düsenfilter, müssen sauber gereinigt werden.
  • Dabei auch Pumpe, besonders die Membranen und den Ölstand genau kontrollieren.
  • Zu guter Letzt sollte die Feldspritze nicht nur über den Winter an einen trockenen Standplatz gesichert abgestellt werden.