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Historie der Landtechnik

Landtechnik von Anno dazumal bis heute - Teil 1

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Helmut Süß
Helmut Süß
am Dienstag, 28.12.2021 - 06:38

Viele Landtechnik-Unternehmen haben eine Geschichte – manche haben sogar Geschichte geschrieben. Heute noch aktiv und erfolgreich sind Lemken, Kuhn, John Deere und Case IH.

In der Welt der Landtechnik zählen manche zu den prägenden Unternehmen. Hier eine kleine Übersicht mit Beispielen von traditionsreichen Firmen, die auch den Sprung in die Gegenwart bzw. Zukunft erfolgreich geschafft haben – chronologisch geordnet:

1780 – Lemken

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Von der 1780 von Wilhelmus Lemken gegründeten Schmiede bis zum international agierenden Hersteller landwirtschaftlicher Geräte in der 7. Generation und ist das älteste Landtechnik-Familienunternehmen: Lemken ist in aller Welt als visionäres und nachhaltiges Unternehmen angesehen, das einen wichtigen Beitrag zu einer profitablen Landwirtschaft leistet.

Das Traditionsunternehmen setzt seit über 240 Jahren sein Wissen und seine Leidenschaft für den Fortschritt ein. Von patentierten Pfluglösungen bis zu weltweit geschätzten Grubbervarianten. So entwickelt Lemken am Puls der Zeit und liefert smarte Lösungen für die landwirtschaftlichen Herausforderungen von heute und morgen mit einem sehr vielfältigen Programm an Geräten zur Aussaat und Bodenbearbeitung sowie mittels Kooperationen Geräte wie Wetterstationen, mechanische Unkrautregulierung oder Düngerstreuer.

1828 – Kuhn

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Der gelernte Schmied Joseph Kuhn beginnt 1828 unweit von Saverne mit dem Bau von Dezimalwaagen. 1864 verlegt sich Joseph Kuhn mit Unterstützung seiner Brüder auf die Herstellung landwirtschaftlicher Geräte. Die Entwicklung der Firma geht steil aufwärts. Neue Gebäude werden am heutigen Standort der Firma Kuhn S.A. errichtet – ideal gelegen an der Bahnlinie Straßburg-Paris. 1921 beginnt die Serienfertigung von Dreschmaschinen: Ihre Qualität verleiht der Marke Kuhn großes Ansehen.

1928 baut Kuhn in seinem 100. Jubiläumsjahr mehr als 1000 Dreschmaschinen. Die ersten Mähmaschinen, Rechen und Wender kommen auf den Markt. Heute bietet die weltweit agierende Unternehmensgruppe „Lösungen für die gesamte Landwirtschaft“: von der Bodenbearbeitung, Sämaschinen, Feldspritzen, Mulchgeräten bis zu einem kompletten Programm in der Futterernte sowie Tierhaltung wie Futtermischwagen Einstreugeräten Siloentnahme oder Geräten zur Landschaftspflege und Straßenunterhaltung sowie Elektronik und digitalen Service.

1837 – John Deere

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Die Anfänge lagen in der Konstruktion eines Prärie-Pflugs. Mithilfe von Forschung, Kunden-Feedback und bewährter harter Arbeit boomte das Geschäft von John Deere schon 1849 und das Unternehmen produzierte 2000 Pflüge pro Jahr. Deere gab sich nie mit “gut genug” zufrieden und baute seinen Betrieb weiter aus. Jetzt, fast zwei Jahrhunderte später, ist das Unternehmen, das aus einem einzigen kaputten Sägeblatt hervorging, eine treibende Kraft auf der Welt, von soliden Bodenlösungen bis über den Horizont der Technologie hinaus. John Deere war ein Schmied, der 1837 den ersten kommerziell erfolgreichen, selbstgeißelnden Stahlpflug entwickelte und das Unternehmen gründete, das immer noch seinen Namen trägt.

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Heute ist das Unternehmen einer der führenden Hersteller von Landtechnik. Weitere Marken des Konzerns sind Deere (Baumaschinen und Motoren), Kemper (Erntevorsätze und Vertikutierer) sowie Frontier (u. a. Geräte für Grünland und Bodenbearbeitung), PartsCountry und Vapormatic (Ersatzteile für Fremdfabrikate). Mit der Übernahme der Waterloo Gasoline Engine Company kurz nach dem Ersten Weltkrieg (1918) stieg John Deere in das Traktorengeschäft ein. 1956 übernahm Deere & Company die deutsche Heinrich Lanz AG in Mannheim, die den Lanz Bulldog produzierte. 1958 wurde mit Einführung der Industrietraktoren (Raupen-/Radantrieb) und die Baumaschinensparte begründet. 1991 erfolgte der Einstieg beim Rasenpflegegeräte-Hersteller Sabo. 1997 kaufte man die Maschinenfabrik Kemper auf. Später folgte u.a. die Zuckerrohrerntetechnik bzw. Forstmaschinen.

1842 – Case IH

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Jerome Increase Case gründete 1842 die Racine Threshing Machine Works in Racine, Wisconsin. Er verbesserte die vorhandene Dreschmaschine und trennte das Stroh vom Getreide. In Chicago gründet Cyrus McCormick 1847 die McCormick Harvesting Machine Company, die später zu International Harvester umbenannt wird. Im Jahr 1869 baut J.I. Case und Company den ersten dampfgetriebenen Traktor. Der Traktor ist schon mit Rädern ausgestattet, wird aber noch von Pferden gezogen und nur zum Antrieb von Triebriemen verwendet.

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Viele legendäre Traktormodelle folgten. Seit 1995 bietet Case IH das Advanced Farming System (AFS) an. Dieses hochmoderne Präzisions-Ackerbausystem ermöglicht es den Landwirten, die Erträge durch Satellitentechnologie für eine Maximierung der Produktivität zu überwachen, eine innovative Lösung für die damalige Zeit. Case IH bietet ein sehr umfangreiches es Traktoren-Programm von 55 bis 400 PS sowie die Großtraktoren Steiger bzw. Quadtrac mit bis zu 628 PS an. Außerdem sind die AxialFlow Rotordrescher ein Markenkennzeichen beim Mähdrusch. Rund- und Quaderpressen sowie Teleskoplader runden das Portfolie ab bzw. werden durch das Advanced Farming Systems im Bereich Smart Farming-Lösungen ergänzt. Heute gehört Case IH zum CNH-Konzern (Case-New-Holland).