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Landtechnik

Kubota: Breites Maschinenprogramm in Orange

Produktprogramm für Deutschland: Neben den Kubota-Traktoren bietet der Konzern auch Grünlanderntetechnik von Vicon an, wie hier eine Presswickelkombination mit TIM-Steuerung.
Helmut Süß
Helmut Süß
am Freitag, 23.09.2022 - 11:33

Kubota nimmt den europäischen Markt nach der Übernahme von Kverneland und mit einem neuen Produktionsstandort in Frankreich ins Visier.

Rodgau/Rimini Der Weltkonzern Kubota hat ein breites landwirtschaftliches Produktprogramm vom Traktor bis zur Feldspritze. Über den japanischen Hersteller mit seinem zunehmenden Angebot für die Landwirtschaft in Europa und speziell Deutschland hatte das Wochenblatt schon mehrfach berichtet – zuletzt über die Übernahme des italienischen Bandschwader-Herstellers ROC in Rimini.

Ein Grund mehr, sich einen Überblick über das internationale Unternehmen und seine Produkte zu verschaffen. Was sind die Gründe für den Vormarsch in Deutschland und Europa? Es sind zwei wesentliche Bausteine: erstens die Übernahme des Kvernelandkonzerns mit den Marken Kverneland und Vicon im Januar 2012 und zweitens der neue Produktionsstandort in Frankreich. Dort laufen seit 2015 rund 3000 Traktoren mit 130 bis 170 PS für Europa, Nordamerika, Australien und Japan jährlich vom Band. In Deutschland gibt es seit 1973 die Kubota Deutschland GmbH, die seit 1993 in Rodgau ansässig ist.

Traktoren ab 11 PS

Viele Praktiker denken bei Kubota an die kleinen orangen Traktoren für den kommunalen und Landschaftspflege-Bereich. Die Japaner bieten Kompakttraktoren ab 11 bis ca. 60 PS an. Relativ neu im Programm ist das Einstiegsmodell EK261 mit 25 PS. Doch auch bei den kleinen Modellen ist der Fahrerarbeitsplatz ergonomisch gestaltet. Dazu kommen 750 kg Hubkraft im Heck – ein sehr guter Wert in dieser Leistungsklasse.

Wie sieht es bei den höheren Leistungsklassen aus? Kubota-Kunden bezeichnen die orangen Traktoren vor allem als langlebig, hochwertig und sehr gut im Preis-Leistungs-Verhältnis. Kubota ist bekannt dafür, mit viel Hubraum und großen Zylindern zu arbeiten. Das größte in Europa angebotene Modell ist der M7-173. Er schöpft mit Boost 175 PS aus einem 6,1-Liter-Vierzylinderdiesel. Dieses Prinzip verspricht ein langes Motorenleben.

Insgesamt bleiben die Japaner daher ihrem Motorenkonzept, das sich vom Wettbewerb deutlich abhebt, treu. Andere Hersteller arbeiten eher mit mehr Zylindern, weniger Hubraum und dafür mehr Turboaufladung.

Modernste Technik

Ebenfalls für Agrarbetriebe interessant ist die neue Utility-Variante des M6, die den Traktor noch mehr zum Allrounder macht. Mit Radständen ab 2,4 m zeichnet er sich dafür aus. Die Maschine gibt es mit 3,8-Liter-Motor ab 111 PS sowie mit einem 6,1-Liter-Motor mit bis zu 143 PS.

Das noch recht neue Flaggschiff M7003 will bei den „harten Fakten“ punkten, aber auch bei den modernen Soft Skills. Als einer der ersten Hersteller bietet Kubota das TIM-System an, bei dem das Anbaugerät den Traktor je nach Bedarf steuert (Tractor Implement Management – Traktor-Anbaugerät-Management).

Zugute kommt den Japanern hierbei, dass die Kverneland Group in Bereich Digitalisierung und Smart-Farming schon seit Jahrzehnten eine Vorreiterrolle innehat und über ein sehr breite Produktsortiment verfügt: So gehören auch über 400 Anbaugeräte für Acker und Grünland zum Kernsegment von Kverneland bzw. Vicon – unter anderem die TIM-fähigen Ballenpressen.

Der Aufwärtstrend dieser orangen Maschinen liegt einerseits an den immer beliebteren Traktoren. Und auch die Händlerzufriedenheit mit dem japanischen Hersteller wurde in den letzten Jahren sehr positiv bewertet – mitunter mit Spitzenwerten. Parallel erweitert Kubota Deutschland stetig das Vertriebsnetz und will damit mehr Landwirten ermöglichen, mit ihren Produkten zu arbeiten.