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Hackschnitzel

Kleinholzmacher im Vergleich

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Carsten Brüggemann
am Freitag, 14.05.2021 - 11:35

Verschiedene Bauarten, ein Ziel: Hackschnitzel erzeugen. Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Scheiben-, Trommel- und Schneckenhackern.

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Wichtige Voraussetzung für einen störungsfreien und emissionsarmen Betrieb einer Holzhackschnitzelfeuerung ist eine gute Brennstoffqualität. Das stellt hohe Anforderungen an die Hackmaschinen, die Stammholz oder Buschwerk zu Hackschnitzeln verarbeiten. Hohe, gleichmäßige Hackqualität, Effizienz der Maschine und Arbeitssicherheit sind Entwicklungsschwerpunkte der Hersteller.

Hackmaschinen werden heute in unterschiedlichen Techniken und Leistungsklassen als Anbau- oder Anhängemodelle sowie als Aufbaumaschinen für Lkw angeboten. Größere Maschinen werden zunehmend von Lohnunternehmern eingesetzt, sodass die Bereitung von Hackschnitzeln immer mehr durch Großhacker erfolgt. Es sind drei unterschiedliche Bauweisen auf dem Markt: Scheiben-, Trommel- und Schneckenhacker.

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  • Scheibenhacker arbeiten mit zwei bis vier Hackmessern, die auf einer stabilen, schweren Schwungscheibe angeordnet sind. Die Scheibe hat je nach Größe und Leistung der Maschine einen Durchmesser von 600 bis 1400 mm. Wurfschaufeln auf der Rückseite der Scheibe beschleunigen das Hackgut und fördern es zum Auswurfrohr. Durch die große Schwungmasse benötigen Scheibenhacker geringere Antriebsleistungen als Trommelhacker. Sie werden mit eigenem Aufbaumotor oder Schlepperantrieb als Anhänge- oder Anbaumaschinen angeboten.
  • Trommelhacker arbeiten mit zwei bis 20 Hackmessern, die auf einer rotierenden Trommel mit einem Durchmesser von 450 – 1120 mm angeordnet sind. Sie verfügen gegenüber Scheibenhackern über eine relativ geringe Schwungmasse, weshalb eine entsprechend größere Motorleistung erforderlich ist. Heizohack-Modelle kombinieren die Hacktrommel mit einer schweren Schwungscheibe, sodass mit geringerer Antriebsleistung gearbeitet werden kann.
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Die Einzugsöffnungen der Maschinen richteten sich nach der Größe der Hacktrommel. Ein Wurfgebläse hinter der Trommel fördert die Hackschnitzel zum Auswurf. Hydraulischer Zwangseinzug ist bei Scheiben- und Trommelhackern auch bei kleineren Maschinen vorteilhaft. Größere Maschinen sind häufig mit einem Zuführtisch und zusätzlichen Einzugsbändern oder -ketten ausgestattet. Sie werden als Anhängemaschinen mit Schlepperantrieb oder als Aufbaumaschinen für Lkw angeboten. Hacker arbeiten, bedingt durch wechselnde Stammstärken und Härten der zu verarbeitenden Hölzer, ständig unter wechselnden Belastungen. Die Antriebsleistung ist dabei auf die maximale Belastung ausgelegt und häufig nicht in dem Maße erforderlich. So gibt es eine Studie über Hybridantriebe mit Dieselmotor und Elektrogenerator bei Großhackern der Marke Jenz, die bis zu 20 % Diesel einsparen konnten.

  • Schneckenhacker (Laimet, Alvatec) arbeiten mit einer im Querschnitt zunehmenden Schnecke. Sie sind einfacher gebaut und erfordern keinen Zwangseinzug, da die Schnecke das Material selbsttätig in die Maschine einzieht. Die Größe der Hackschnitzel (60 – 80 mm) lässt sich nicht variieren.
Eine besondere Lösung für den Privatwaldbesitzer stellt der Hacker Effiter von Alvatec dar. Sein Antriebsbedarf liegt bei 40 – 50 PS, das Eigengewicht beträgt 380 kg. Die erzeugten Hackschnitzel können in einem unter der Maschine angehängten Big Bag aufgefangen werden, sodass kein Anhänger mitgeführt werden muss. So kann man mit dem kleinen Gespann ggf. direkt durch einen Bestand fahren und herumliegendes Holz vor Ort hacken.
Zur Beerntung von Kurzumtriebsplantagen werden spezielle Erntevorsätze angeboten, die meistens mit selbstfahrenden Hackern oder Feldhäckslern kombiniert werden.