Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Pflanzenschutz

John Deere holt schlaue Spritzfunktion nach Europa

John Deere verbaut in den selbstfahrenden Pflanzenschutzspritzen in den USA bereits die Funktion See&Spray. Jetzt kommt die Technik auch nach Europa.
Thomas Göggerle
am Mittwoch, 09.11.2022 - 07:00

John Deere holt eine schlaue Funktion für Pflanzenschutz nach Europa. Die arbeitet mit Kameras und soll 2/3 Mittel einsparen. So funktioniert die Technik.

Auf der diesjährigen SIMA präsentiert John Deere erstmals die Funktion See & Spray für Pflanzenschutzspritzen, die im niederländischen Horst produziert werden. Ausgerüstet mit See&Spry können Pflanzenschutzspritzen Unkräuter erkennen und gezielt behandeln. Das soll bis zu 2/3 Pflanzenschutzmittel sparen.

John Deere mit See & Spray bereits in den USA aktiv

In den USA hat John Deere See&Spray Select und Ultimate bereits für Pflanzenschutzspritzen eingeführt. Dort sind die Selbstfahrer-Feldspritzen bereits mit See&Spray verfügbar. Das See & Spray-System für Europa basiert auf den bereits in den USA eingeführten See&Spray-Funktionen.

Kameras erkennen Unkraut - so funktioniert See&Spray

Jeden Meter ist am Spritzgestänge eine Kamera verbaut. Die erkennt grüne Pflanzen.

Die Funktion See & Spray verwendet Kameras um Farbunterschiede auf dem Feld zu erkennen. Die Kameras und anderen Hardware sind im Gestänge und Fahrwerk der Pflanzenschutzspritze verbaut. Pro Meter Arbeitsbreite ist eine Kamera angebracht, die grüne Pflanzen erfasst.

Prozessoren verarbeiten die Bilder und die Düsen werden für eine punktuelle Behandlung aktiviert. Die Grünerkennung auf dem Ackerboden ermöglicht einen gezielten Einsatz von Vorauflaufherbiziden. Alle Unkräuter, die auch mit dem bloßen Auge erkennbar sind, werden von den Kameras erfasst.

Unkräuter im Vorauflauf behandeln, aber auch danach möglich

Das See & Spray System eignet sich aber nicht nur für eine Vorauflaufbehandlung, sondern kann auch nach dem Auflaufen in Reihenkulturen eingesetzt werden. Die Kulturreihen werden von dem System ausgeblendet und nur die Unkräuter zwischen den Reihen erfasst und behandelt. Die Anwendung ist in allen Stadien, bis zum Schließen des Bestandes möglich

Mehr als die Hälfte an Mittel einsparen

John Deere testete nach eigenen Angaben weltweit das See&Spray-System unter verschiedenen Bedingungen auf rund 120.000 ha. Der Bekämpfungserfolg sei vergleichbar mit einer Flächenspritzung, jedoch mit einer Einsparung von bis zu 2/3 des Pflanzenschutzmittelverbrauchs. Erste Tests in Europa zeigten die gleichen Ergebnisse. Nach eigenen Angaben passte John Deere das System an die europäischen Bedingungen an.

Das muss die Feldspritze für See&Spray können:

Für den Einsatz auf den R900i Feldspritzen werden folgende Komponenten benötigt:

  • PowrSpray
  • Konstantzirkulationssystem am Gestänge
  • Funktion TerrainCommandTM Pro
  • Einzeldüsenschaltung
  • Agrarmanagement-Systemlösung JDLink
  • Display Gen 4 von John Deere
  • GPS-Empfänger StarFire 7000

Dokumentation bereits dabei - Problemzonen finden

See&Spray kann mithilfe des Gen 4-Display die Ausbringung von Herbiziden dokumentieren. In diesem Zuge lässt sich über das Display eine Bedeckungskarte erstellen, mit der Information, wo das Herbizid ausgebracht wurde. Diese Dokumentation kann mit der Telemetriefunktion von John Deere, JDLink, auf das Onlineportal John Deere Operations Center übertragen werden. Das soll helfen Teilflächen mit erhöhtem Unkrautdruck zu erkennen und zukünftige Maßnahmen darauf auszurichten.

Für Selbstfahrer bereits verfügbar, Anhängespritzen kommen 2023

Selbstfahrende Pflanzenschutzspritzen aus den USA werden bereits 2023 Jahr als erstes in Zentraleuropa mit See&Spray verfügbar sein. Ab Frühjahr 2023 ist See & Spray dann limitiert für die europäischen Anhängefeldspritzen der Serie R900i mit 36 und 39 Meter Gestänge erhältlich. Zukünftig werden weitere Feldspritzen aus Horst mit der Technik angeboten.