Emissionen

Gülleseparierung - Ammoniak gast aus

Rinderstall
Helmut Süß Portrait 2019
Helmut Süß
am Mittwoch, 19.06.2019 - 10:16

Nach der Gülleseparierung droht der Ammoniak in der Feststoffphase verstärkt auszugasen.

Früher hatten die Milchviehbetriebe eine Odlgrube und einen Misthaufen, beide Wirtschaftsdünger wurden separat auf Felder und Wiesen ausgebracht. Später kamen moderne Stallungen mit Spaltenboden. Der Mist und die Jauche kamen ins Güllesystem, was die tägliche Arbeit beim Entmisten enorm erleichterte.

Doch die mehr oder weniger breiige Gülle kann erhebliche Probleme bei der Ausbringung vor allem im Grünland verursachen. Ist das Separieren der Gülle ein geeigneter Lösungsansatz?

Eigentlich stellt diese Gülleaufbereitung wieder die Ursprungssituation her: dünnflüssige „Jauche“ und „mistähnliche“ Feststoffe. Das Separieren hat pflanzenbauliche und ausbringtechnische Vorteile.

Aber diese Vorteile erkauft man sich zunächst mit einem relativ hohen technischen Aufwand und mit dem Problem der Ammoniakausgasung in der Feststoffphase. Das heißt, diese Feststoffe aus der Separierung müssen verdichtet und abgedeckt werden. Vielfach wird das separierte Material auch als Einstreu im Stall verwendet.

Was bringt dann der ganze Aufwand, die Gülle bei der Ausbringung möglichst emissionsarm bzw. bodennah zu applizieren, wenn im Stall ein hoher Anteil vom wertvollen Stickstoff sich in Luft auflöst. Dieses Problem muss gelöst werden.

Ob das Ammoniak über Gesteinsmehl oder Ähnliches wirksam gebunden werden kann, ist noch nicht eindeutig geklärt. Auch das Verfahren, den pH-Wert der Gülle mit Schwefelsäure zu senken und so die Emissionen wirkungsvoll zu senken, wird in Dänemark schon praktiziert, hat in Deutschland aber noch keine rechtliche Absicherung.

Gülle als wertvoller Wirtschaftsdünger ist zu schade zum Verschleudern. Der Stickstoff darin gehört in den Boden zu den Pflanzenwurzeln und nicht in die Luft. Also möglichst geringe Emissionen im Stall, in der Feststoffmiete oder durch sachgemäße Ausbringung auf Felder und Wiesen.