Energie

Erneuerbare Kraftstoffe unverzichtbar

Bundesverband Bioenergie e.V. (BBE)
am Donnerstag, 06.02.2020 - 16:29

Der „Green Deal“ und die Defossilisierung des Verkehrssektors sorgten für Diskussionen beim Fachkongress für erneuerbare Mobilität.

Biogas

Auf dem 17. Internationalen Fachkongress für erneuerbare Mobilität standen die Auswirkungen des Klimaschutzpakets der Bundesregierung und des „Green Deal“ der neuen EU-Kommission im Fokus. Mit dem „Green Deal“ beabsichtigt die EU-Kommission ihre Klimaschutzambitionen zu verschärfen sowie für eine nachhaltige und intelligente Mobilität zu sorgen.

Für den Verkehrssektor stehen erneute Diskussionen über die CO2-Flottengrenzwerte der Automobilwirtschaft und die Überarbeitung der Erneuerbare Energien-Richtlinie (RED II) an. Aus Sicht der Kongressveranstalter sind zur Umsetzung des „Green Deal“ und für einen defossilisierten Verkehrssektor erneuerbare Kraftstoffe unverzichtbar, da der Verbrennungsmotor auch künftig eine wichtige Rolle spielen wird.

Antriebsmix dient der Emissionsreduzierung

Um die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor zu verringern, sind viele Maßnahmen notwendig. Neben dem Ausbau der Elektromobilität zählt hierzu der verstärkte Einsatz erneuerbarer flüssiger und gasförmiger Energieträger wie strombasierter Kraftstoffe und zertifiziert nachhaltiger Biokraftstoffe. Der damit einhergehende Antriebsmix dient der Emissionsreduzierung und dem Erhalt zentraler europäischer Wertschöpfungsketten in der Automobilwirtschaft. Gleichzeitig sichert eine technologieoffene Mobilität die Anpassungsfähigkeit des Verkehrssektors an künftige Herausforderungen.

Vorschläge der Bioenergieverbände

Durch einen höheren Anteil an erneuerbaren Kraftstoffen im Verkehrssektor kann deren Klimaschutzpotenzial besser ausgeschöpft werden. Die stufenweise Anhebung der Treibhausgasminderungsquote auf 16 % bis zum Jahr 2030 ist dazu für die Bioenergieverbände ein geeignetes Mittel. Schon jetzt leisten Biokraftstoffe den größten Beitrag zur Einsparung von CO2 im Verkehrssektor. Mit dem Einsatz zertifiziert nachhaltiger Biokraftstoffe wurden 9,5 Mio. t CO2-­Äquivalente vermieden.

Die geplante Befreiung nachhaltiger Biokraftstoffe von dem ab 2021 in Deutschland geltenden Emissionshandel für Kraft- und Brennstoffe muss so ausgestaltet werden, dass erneuerbare Kraftstoffanteile tatsächlich keinem zusätzlichen CO2-Preis unterliegen. Damit wäre für den Verbraucher ein Anreiz zur Nutzung emissionsarmer Kraftstoffe gesetzt.

Erneuerbarer Kraftstoffe berücksichtigen

Bei der Umsetzung des angekündigten „Green Deal“ und der daraus folgenden Überprüfung europäischer Vorgaben zur Nutzung erneuerbarer Energien sprechen sich die Bioenergieverbände für mehr erneuerbare Energien im Verkehrssektor aus. Deren Anteil sollte von 10 % in 2020, danach alle zwei Jahre um 2 %, bis auf 20 % in 2030 angehoben werden. Bisher liegt das europäische Ziel hierfür nur bei 14 %, was zur Erreichung der Treibhausgasminderungsziele nach Auffassung aller Experten unzureichend ist.

Bei der vorgesehenen Überarbeitung der europäischen Flottengrenzwerte muss sichergestellt werden, dass die Minderung von Emissionen durch die Verwendung erneuerbarer Kraftstoffe im Verkehrssektor auf die strengen CO2-Grenzen angerechnet werden. Dies würde die Optimierung klimafreundlicher Antriebstechnologien unterstützen.