Düngung

Emissionsarm Gülle ausbringen

Düngeverordnung
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 09.03.2021 - 14:11

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat einen neuen Leitfaden fürs Grünland veröffentlicht.

Der Leitfaden stellt die Eignung der modernen Gülletechnik für den Einsatz auf Grünland bzw. Acker- und Kleegras vor und bewertet diese. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Vorgabe, sauberes und hygienisch einwandfreies Futter von Flächen zu ernten, die im Sinne eines geschlossenen Nährstoffkreislaufs während der Vegetation mit Gülle gedüngt werden. In den Leitfaden gehen einerseits Ergebnisse aus wissenschaftlichen Untersuchungen ein, andererseits sind Rückmeldungen und Tipps von Praktikern dabei, die die Technik erfolgreich in ihrem Betrieb einsetzen.

2025 läuft Übergangsregelung auf Grünland aus

Der rechtliche Hintergrund sind die neuen Vorgaben aus der aktuellen Düngeverordnung für die Ausbringung von sogenannten Wirtschaftsdüngern wie Gülle ab dem 1. Februar 2025. Ziel laut Verordnung ist eine sichere Minderung der Ammoniakemission, sie regelt in § 6 Absatz 3, dass „Flüssige organische und flüssige organisch-mineralische Düngemittel, einschließlich flüssiger Wirtschaftsdünger ….. nur noch streifenförmig auf den Boden aufgebracht oder direkt in den Boden eingebracht werden..“ dürfen. Der LfL-Leitfaden erläutert die rechtlichen Vorgaben inklusive möglicher Ausnahmen im Detail, erklärt die Auswirkungen für den praktischen Betrieb und sein Güllemanagement.

Das Wichtigste in Kürze

• Die Landwirtschaft ist per Düngeverordnung bei der Reduzierung der Ammoniakemissionen gefordert: Rund 95 % der Ammoniakemissionen in Deutschland stammen aus der Landwirtschaft. Ein wesentlicher Schritt sind weniger Emissionen bei der Ausbringung von flüssigen Wirtschaftsdüngern wie Gülle.

• Stichtag 1. Februar 2025: Die Düngeverordnung (DüV) macht spezielle Vorgaben für die Ausbringtechnik auf Grünland und mehrschnittigen Feldfutterbauflächen.

• Weniger Ammoniakverluste: bodennahe streifenförmige Ausbringtechnik, insbesondere durch Schleppschuh und Injektion senkt die Verluste erheblich im Vergleich zur Breitverteilung.

• Einzelbetrieb steht im Zentrum: Jede Technik hat ihre speziellen Vorzüge, aber auch Anforderungen. Der Leitfaden stellt Lösungen für jeden Einzelbetrieb vor.

• Beste Futterqualität mit moderner Technik: emissionsarme, streifenförmige Ausbringtechnik und gute Futterqualität sind kein Widerspruch. Entscheidend ist das richtige Güllemanagement. Genau dafür gibt der Leitfaden hilfreiche Empfehlungen.

• Austausch mit Berufskollegen: Praxiserfahrungen mit bodennaher streifenförmiger Ausbringtechnik sind unverzichtbar bei der realistischen Bewertung der Technik. Sie sind im Leitfaden mit dabei.

• Forschung geht weiter: Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten fördert Forschungsprojekte der LfL zu den Themen emissionsarme Gülleausbringung auf Grünland, Güllezusätze und Futterhygiene.

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