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Landtechnik

Das Einmaleins des Striegelns

Helmut Süß
Helmut Süß
am Mittwoch, 18.05.2022 - 15:00

Mechanische Unkrautregulierung: Wir bieten kompaktes Wissen rund ums Striegeln.

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Chemischer Pflanzenschutz steht zunehmend in der Kritik. Zahlreiche Hersteller bieten im wachsenden Markt der mechanischen Unkrautregulierung moderne Technik fürs Feld.

  • Grundsätzlich lassen sich beim Striegel zwei Bauarten unterscheiden: Roll- und Zinkenstriegel.
     
  • Zinkenstriegel haben mehr oder weniger starre Zinken. Einstellungen der Arbeitsqualität erfolgen über Arbeitstiefe, Anstellwinkel und Druck sowie Arbeitsgeschwindigkeiten.
     
  • Rollstriegel besitzen angewinkelte Sternräder, dadurch sind nicht so verstopfungsanfällig. Durch ihr hohes Eigengewicht und den hohen Zinkendruck sind sie sehr gut zum Aufbrechen von Verkrustungen geeignet.
     
  • Rollstriegel erreichen durch die sehr hohe Arbeitsgeschwindigkeit (bis zu 20 km/h) und den hohen Druck auf die Sternräder eine höhere Aggressivität.
     
  • Die Wirkung des Striegels liegt zu 70 % im Verschütten und zu ca. 30 % im Herausreißen unerwünschter Beikräuter.
     
  • Blindstriegeln bezeichnet man das Striegeln noch vor dem Auflaufen der Kulturpflanzen.
     
  • Je früher man striegelt, umso besser: Die Kulturpflanzen sollen allerdings im 3- bis 4-Blattstadium sein.
     
  • Für optimale Bedingungen sollte der Boden schüttfähig, das heißt, nicht zu feucht sein.
     
  • Die Witterung ist vor, während und nach dem Striegeln entscheidend für den Erfolg: Herausgerissene oder verschüttete Unkräuter können bei zu feuchter Witterung wieder anwurzeln. Nachfolgender Frost schädigt die Kulturpflanze enorm.
     
  • Neueinsteiger sollten genügend Zeit einplanen, um das Gerät richtig einzustellen. Auch das Arbeitsergebnis sollte regelmäßig überprüft und angepasst werden. Das bedeutet auch mal, vom Traktor abzusteigen und den Bestand genau in Augenschein zu nehmen.