Flugerlaubnis

Drohnen: Abheben nur mit Lizenz

Heinz Wraneschitz
am Donnerstag, 29.04.2021 - 15:26

Eine neue EU-Verordnung stellt erhöhte Anforderungen an Drohnenpiloten.

Drohnen-PV-Fehler_WRA_250920_005

Von der zur Jahreswende in Kraft getretenen neuen EU-Drohnenverordnung dürften bald viele Menschen betroffen sein – doch kaum jemand ist sich dessen bewusst.

Unbemannte Luftfahrzeuge, kurz UAV (unmanned aerial vehicle), soll es bald mit bis zu 800 kg Zuladung geben. Dass solche Transportdrohnen, darunter die oft diskutierten Flugtaxis, angemeldet werden müssen und dass die Fernsteuerpiloten dafür einen Drohnenführerschein brauchen, dürfte jedem klar sein.

Aber vielleicht haben Sie so ein Ding im Keller, das Sie per Fernsteuerung in die Luft über Ihrem Garten steigen lassen können: eine Drohne mit integrierter Kamera. Und Sie wollen das unbemannte Flugobjektchen mit unter 250 g Gesamtgewicht in diesem Sommer wieder fliegen lassen? Dann sollten Sie sich sputen und als Drohnenpilot beim Luftfahrtbundesamt registrieren. Denn ab 1. Mai 2021 gilt die neue EU-Drohnenverordnung.

Kein Spielzeug

Auch wenn viele Hersteller dieser kleinen Fluggeräte, gerade der viermotorigen Quadrocopter, auf die Verpackungen den Hinweis „Kein Spielzeug“ schreiben: Gerade Kinder nehmen gerne die Fernbedienung in die Hände und steuern die Drohnen über Felder, Wiesen und Hausdächer. Auch hier ist künftig Vorsicht geboten: Für UAV-Piloten gilt ein Mindestalter von 16 Jahren, darunter ist keine Registrierung möglich.

Bei einem Online-Seminar dürfte Bernd Böhm vom Bayern-Lab Neustadt/Aisch vor einiger Zeit nicht nur deshalb vielfach große Augen erzeugt haben. Denn in vielen Häusern gibt es bereits kamerabewehrte Flugkörper der künftigen Kategorie C1, die bis zu 900 g schwer sein dürfen. Und um die zu fliegen, ist nun sogar der „kleine Drohnenführerschein“ Pflicht; offiziell heißt er EU-Kompetenznachweis.
Aber Böhm empfiehlt schon für kleinere Drohnen bis 250 g Abfluggewicht – die sogenannte Kategorie C0: „Machen Sie den kleinen Drohnenführerschein!“ Denn Piloten müssen sich ohnehin über die Vorschriften informieren – das gehe am besten online beim Luftfahrtbundesamt LBA. Und mit diesem Wissen seien auch die Multiple-Choice-Fragen für die Fluglizenz zu beantworten, meint er. Zudem ist diese Prüfung auf der Webseite zurzeit sogar noch kostenlos: „Wie lange, sei dahingestellt.“

Gewicht entscheidend

Auch über Drohnen jenseits der 900-g-„Consumer“-Kategorie berichtete Böhm: semiprofessionelle oder gar professionelle Fluggeräte der Kategorien C2 und C3 mit bis zu 25 kg Abfluggewicht, aber unter 3 m Durchmesser. Um die zu fliegen, ist gar das EU-Fernpiloten-Zeugnis notwendig. Voraussetzungen dafür: der kleine Schein plus nachgewiesene Flugkenntnisse. Für noch schwerere E-Fluggeräte gibt es „ähnlich aufwendige Zulassungen wie in der bemannten Luftfahrt“, erwähnte Böhm.

Doch eigentlich war die Veranstaltung für Hobby-Piloten gedacht. Denen gab Böhm ein paar dringende Ratschläge. Selbst wenn sie alte Bestandsflieger haben, die noch nach anderen Klassen sortiert sind: Ab 250 g Startgewicht ist auch für die ein Drohnenführerschein künftig unerlässlich. Und auf jedem noch so kleinen Fluggerät muss die Pilotenregistrierung stehen. Einen Grund nennt eine LBA-Sprecherin: „Wer gegen die Vorschriften verstößt, dem drohen Bußgelder von bis zu 50 000 Euro.“