Fendt

Mit Digitalisierung Probleme lösen helfen

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Sepp Kellerer
Sepp Kellerer
am Dienstag, 20.07.2021 - 10:59

Es war coronabedingt die erste Dienstreise von Eric Hansotia als Chairman, President & CEO des AGCO-Konzerns, und die führte ihn nach Marktoberdorf zur Pressekonferenz von Fendt.

Marktoberdorf - Ob man daraus ableiten kann, welche Bedeutung die Marke für den Konzern hat, sei dahingestellt, Hansotia selbst jedenfalls ließ in seinen Ausführungen mehrfach sein Faible für die Marktoberdorfer anklingen. Er hat zu Jahresbeginn die Nachfolge von Martin Riechenhagen als Konzernchef angetreten und ging in Marktoberdorf auf seine Ziele ein.

Nachhaltig und digital

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Mit gut 30 Jahren sei AGCO noch ein recht junger Konzern. Von 1990 bis 2004 habe der Aufbau mit mehr als 40 Unternehmenszukäufen im Vordergrund gestanden. Von 2004 bis 2020 ging es darum, aus den vielen Einzelteilen ein global operierendes Unternehmen zu formen und die Gewinnspanne zu verbessern. Hansotia möchte jetzt Wachstum und Gewinnspanne noch einmal verbessern, das Fendt-Full-Line-Programm weltweit ausbauen und die neue Strategie „Farmer first“ umsetzen. Dazu möchte das Unternehmen auf die Landwirte zugeschnittene Lösungen für eine nachhaltige Ernährung der Welt bereitstellen. Die einzelnen Punkte dabei sind die Förderung der Bodenfruchtbarkeit, die Reduzierung des CO2-Ausstoßes, Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter und eine hohe Priorität von Tierwohl.

Dass man da auf einem guten Weg ist, geht aus dem Bericht von Christoph Gröblinghoff, Vorsitzender der AGCO/Fendt Geschäftsführung hervor. Zwar stehe man noch unter dem Einfluss der Corona-Pandemie, vor allem bei Warenströmen und Liefersituation. Bisher konnte Fendt auf diese sich stetig verändernden Herausforderungen aber gut reagieren. Die ausgefallenen Produktionstage werden aufgeholt. Besonders hob Gröblinghoff auch die Vertriebspartner und Werkstattmitarbeiter hervor.

Insgesamt bewertet der Vorsitzende der Geschäftsführung die aktuelle Situation bei Fendt und in der Landwirtschaft positiv: „Die Branche ist gesund, wir haben volle Auftragsbücher. Dafür sind wir sehr dankbar. Landwirte sind in solch widrigen Zeiten wichtig wie nie. Sie sind es, die die Nahrung auf den Tisch bringen.“

Tiefpunkt im April 2020

Von einem Tiefpunkt im April 2020 hat sich die Landtechnikbranche kontinuierlich erholt, bis sie jetzt in einer Hochphase angelangt ist, so die Ergebnisse einer europaweiten Umfrage. Drei Viertel der Befragten beurteilen ihre aktuelle Situation als sehr positiv und erwarten einen steigenden Absatz.

„Die Nachfrage auf den Traktormärkten in Europa hat stark angezogen, sodass wir dieses Jahr mit einem Markt von 188 000 Traktoren rechnen“, so Gröblinghoff. Fendt könne den hohen Marktanteil von über 10 Prozent halten. Der globale Absatzmarkt für Fendt-Traktoren steigt im Vergleich zum Vorjahr nochmals an, sodass mit einer Produktion von über 20 000 Traktoren für dieses Jahr zu rechnen ist.
Zur Jahresmitte 2021 beschäftigt Fendt an allen sechs Standorten in Deutschland (Marktoberdorf, Asbach-Bäumenheim, Waldstetten, Feucht, Hohenmölsen und Wolfenbüttel) rund 6300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das sind über 300 mehr als im Vergleichszeitraum vor einem Jahr. Rund 500 Ingenieure dokumentieren den Stellenwert von Forschung und Entwicklung. Im April 2021 wurde das neue Entwicklungsgebäude in Marktoberdorf bezogen mit rund 140 neuen Arbeitsplätzen in den Bereichen Elektronik, Software und Digitalisierung.
Die Marke Fendt sowie Fendt-Produkte etablieren sich laut Gröblinghoff immer stärker in Nordamerika, Brasilien, Südafrika sowie Australien und Neuseeland. In Nordamerika und Brasilien gewinnt Fendt im Segment der Großtraktoren neue Kunden. Zusätzlich überzeugen hier auch der Fendt Ideal Großmähdrescher sowie die Einzelkornsämaschine Fendt Momentum.

Digital mit Fendt one

„Fendt one ist unsere Antwort auf die neuen Herausforderungen der Landwirtschaft“, so Christoph Gröblinghoff. Es ermögliche Kenntnis und Überblick über die Betriebskennzahlen und zum anderen einen einfachen Einstieg in die Dokumentation. Die zentrale, digitale Datenerfassung werde Grundvoraussetzung für Farm2Fork, die Erfüllung der Green-Deal-Richtlinien und die Nachverfolgbarkeit von Produktionsketten sein. Es können die Forderungen der Gesellschaft nach mehr Transparenz erfüllt werden. „Wir sind Teil einer großen digitalen Transformation und wir gestalten diesen Prozess maßgeblich mit“, sagt Gröblinghoff.
Als Projektpartner des Fraunhofer ISE erprobe man mit dem Fendt e100 Vario ein gesamtheitliches Konzept zur Nutzung von Agriphotovoltaik. Der erzeugte Strom speist im Modellprojekt unter anderem den batterie-elektrischen Traktor, der im Obstbau eingesetzt wird. Zudem ist Fendt Partner des Verbundprojektes „H2Agrar“ – gefördert vom Land Niedersachsen, bei dem es um den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur mit Fokus auf den Bereich Landwirtschaft geht.
Auch dieses Jahr hat Fendt wieder eine ganze Reihe an Neuheiten zu bieten. Hier eine Auswahl für den europäischen Markt: Bei den Mähwerken ergeben das Fendt Slicer 310 F & Fendt Slicer 860/960 eine neue „Schmetterlingskombination“ mit einem neu entwickelten Mähbalken. Bei den Schwadern ergänzen der Former 12545 Pro und der 7850 Pro die Produktpalette und bei den Ladewagen der Tigo VR. Die Rundballenpresse Fendt Rotana 130 F Combi kann nun mit der Option für direkte Folienbindung bestellt werden. Und das System Fendt one hat eine Reihe neuer Funktionen und Optionen erhalten.