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Heiztechnik

Brennstoff Holz: Gefragt wie nie

Moderne Holzhackschnitzelfeuerung wie hier von HDG besitzt bereits einen integrierten elektrostatischen Filter (rechts).
Carsten Brüggemann
am Donnerstag, 11.08.2022 - 07:41

Kessel für Holzbrennstoffe wie Scheitholz, Hackschnitzel und Holzpellets werden so stark nachgefragt, dass sie nahezu ausverkauft sind.

Messeneuheit auf der Interforst: Der Sägespalter Krpan CSKZ 4218 mit 18 t Spaltkraft ist für den professionellen Einsatz ausgelegt.

Kessel für Holzbrennstoffe wie Scheitholz, Hackschnitzel und Holzpellets werden so stark nachgefragt, dass Hersteller mit manchen Fabrikaten für dieses Jahr bereits ausverkauft sind. Entwicklungsschwerpunkt ist, Feinstaubemissionen durch feuerungstechnische Maßnahmen oder elektrostatische Filter zu senken und die im Bundesimmissionsschutzgesetz festgelegten Grenzwerte von 20 mg Staub je m³ Rauchgas einzuhalten. Ein zusätzlicher Ansporn ist, weniger als 2,5 mg/m3 zu emittieren, um über den Innovationsbonus der BAFA-Förderung einen um 5 % höheren Zuschuss zu erlangen.

Alle auf der Messe vertretenen Hersteller wie Eta, Fröling, Hargassner, HDG und Heizomat zeigten Holzhackschnitzelfeuerungen, bei denen der Filter bereits in den Kesselblock integriert ist. Der gesammelte Feinstaub gelangt auf diese Weise direkt in den Aschekasten. Bestehende Modelle aus älteren Baureihen können mit externen Filtern nachgerüstet werden. Weitere Neuerungen bezogen sich vorwiegend auf die Kesselsteuerung mit Fernüberwachung oder Möglichkeiten zur Fernwartung der Anlagen.

Im Bereich der Brennholzaufbereitung war bei den senkrecht und waagerecht arbeitenden Spaltgeräten erkennbar, dass die 2017 geänderte Sicherheitsnorm DIN EN 609-1 immer größeren Einzug in die Entwicklungen hält. Ansonsten wurden bei den kleineren Geräten kaum nennenswerte Veränderungen gezeigt. Posch stellte den bereits bekannten waagerecht arbeitenden Kleinspalter Polly mit hydraulischem Stammheber vor, um die Beschickung des Spalttisches zu erleichtern.

Sägespalter für Profis

Bei den Sägespaltern zeigten Binderberger (SSPX 800), Einsiedler (Hakki Pilke 55 Pro), Krpan (CSKZ 4218) Oehler (OL 4100H), Posch (Spaltfix K700 Vario) und Uniforest (Titan 53/40 Premium) neue Maschinen für den Profieinsatz. Unterreiner präsentierte den Sägespalter Tajfun RCA 500 pro mit Display als Einstieg in die Digitalisierung und eine Softwarelösung bei kleineren Sägespaltern. Damit können bearbeitete Holzmengen erfasst werden.

Als Neuheit präsentierte Posch mit dem „Log Pack“ ein Verpackungssystem für Scheitholz. An einem rotierenden und in der Höhe verstellbarem Tisch können drei Bediener Scheit- und Anzündeholz in Netzsäcke oder Kartons verpacken.

Scheifele zeigte mit dem Urban TR 70 einen Grobholzhacker mit Zapfwellenantrieb, mit dem sich Resthölzer, Astwerk, Schwarten aus Sägewerken usw. zu Anzündeholz oder Holzscheiten zerkleinern lassen.

Eine weitere Neuheit auf Forstmessen ist die Präsenz von Planern für Windkraftanlagen, so auch auf der Interforst. „Die gesteckten Klimaziele werden wir ohne die Öffnung des Waldes für Windenergieanlagen wohl nicht erreichen“, erklärt Henrike Nagel, Projektplanerin bei der Firma Alterric, die bundesweit Windparks plant und betreibt. „Wir bemühen uns, gerade auch hier auf der Messe, Bürger und Waldeigentümer zu überzeugen, dass mit Windkraftanlagen und behutsamer Planung dringend benötigtes Kapital in den Wald kommt. So können geschädigte Bestände aufgeforstet und der Wald auf die Anforderungen der Klimaveränderungen umgebaut werden.“

Windkraftanlagen im Wald

Nagel berichtet, dass Alterric auf entsprechende Erfahrung zurückgreifen kann, da das Unternehmen in einigen Bundesländern bereits Anlagen im Wald im Einklang mit Natur und Bevölkerung errichtet hat. Dort konnte gezeigt werden, dass die Eingriffe in den Wald nicht so massiv sind, wie häufig vermutet. „Wir haben zahlreiche Gespräche mit Interessenten und meistens positiver Resonanz führen können, natürlich manchmal auch mit anfänglicher Skepsis. Wir sind mit unserem ersten Auftritt auf einer Forstmesse sehr zufrieden und sind gespannt auf die Projekte, die daraus entstehen“, betont Henrike Nagel.