Bereifung

Anhänger: Welcher Reifen lohnt sich?

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Prof. Dr. Ludwig Volk, Warendorf
am Montag, 17.05.2021 - 05:49

Anhängerreifen gibt es in vielen Varianten und mit großen Preisspannen. Deshalb stellt sich die Frage, worauf man beim Kauf achten sollte und in welchen Fällen teure Pneus tatsächlich ihr Geld wert sind.

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Anhängerreifen müssen manchmal nur rollen und manchmal müssen sie auch schwer tragen, doch immer lohnt es sich – sowohl beim Neukauf, als auch bei einer Ersatzbeschaffung – den Überblick zu behalten. Der Wettbewerb im Reifenmarkt ist intensiv, umso wichtiger ist ein Reifenhändler, der neben der richtigen Montage auch eine gute Beratung sicherstellt. Mit der passenden Reifenwahl kann man den Boden vor tiefen Spuren schützen, den Dieselverbrauch senken und zu akzeptablen Betriebskosten beitragen. Wählt man beim Anhänger die größtmöglichen, breiten, radialen Reifen und stellt auf Acker und Wiese niedrige, vom Reifenhersteller freigegebene Reifendrücke ein, ist eine wichtige Maßnahme für mehr Bodenschutz getroffen. Anhängerreifen werden in der Regel mit Reifendrücken von 1 bis 8 bar gefahren. Lastkraftwagen und Sattelauflieger rollen mit circa 8 bar und damit dieselsparend auf der harten Straße. Am Acker und auf der Wiese prägt man mit Lastwagenreifen und circa 8 bar tiefe Spuren in den Boden – es sei denn der Boden ist ausgetrocknet und tragfähig wie eine Straße.

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Bei Agrotrucks, also Lkw-Zugmaschinen, werden radiale Reifen mithilfe der Reifendruckanlage auf ca. 4 bar für die Straße und 2 bar im Feld eingestellt. Gerade beim Güllefass und Miststreuer oder der angehängten Spritze sind niedrige Reifendrücke im Acker richtig, auf der Straße sparen höhere Reifendrücke etwa 10 % Diesel durch leichteres Rollen.

Bei Güllefässern mit über 100 Betriebsstunden im Jahr ist variabler Reifenfülldruck rentabel. Überbetrieblich genutzte Fässer mit jährlich 400 und mehr Betriebsstunden rollen auf der Straße am besten mit 4 bar und im Acker mit 1 bar. Als fachkundiger und rentabel wirtschaftender Landwirt sollte man den Lohnunternehmer oder den Maschinenring an die Qualitätsanforderung erinnern. Tiefe Reifenspuren in der Wiese oder im Acker sind Bewirtschaftungsfehler und kosten Ertrag und Geld.

Auch überbetrieblich auf den Reifendruck achten

Bessere Bodenfruchtbarkeit wird durch zwei Merkpunkte erhalten:

  • Geringe Last auf großer Bodenkontaktfläche des Reifens und
  • niedriger Reifendruck mit 1 bar in der Ebene und 2 bar am Seitenhang.
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Der Landwirt ist der Fachmann für die Bodenfruchtbarkeit und Hüter des Bodenschatzes. Landwirte bestimmen, wann ihr Boden tragfähig und somit befahrbar ist. Tiefe Spuren sind ein Bewirtschaftungsfehler. Mit dem Güllefass, der Presse, dem Silierwagen oder den Häckseltransportern sind maximal 2 bar Reifendruck zu fordern. In der betrieblichen Praxis wird häufig mit höherem Druck und ungeeigneten Reifen gefahren – den späteren Mehraufwand für das Auflockern der Spuren sowie die Ertragsverluste trägt der Landwirt.

Das grundlegende Kriterium bei der Wahl des Anhängerreifens ist die Felgengröße, die in Zoll angegeben wird. Bei Anhängern übliche Felgengrößen sind 15,5 Zoll, 17,5 Zoll, 20 Zoll, 22,5 Zoll, 26,5 Zoll und 30,5 Zoll. Felge und Reifen müssen zusammenpassen; man sollte in den Angaben des Reifenherstellers die empfohlene Felge, die Tragfähigkeit des Reifens bei den angestrebten Reifendrücken und die Geschwindigkeitsfreigabe prüfen. Diese und weitere Informationen findet man beispielsweise auf den Internetseiten der Reifenmarken oder man fragt den Reifenhändler.

Ein Drittel mehr Bodenkontaktfläche halbiert die Spurtiefe

Ob sich ein hochwertiger und damit teurer Reifen rentiert, hängt von den jährlichen Betriebsstunden und den Anforderungen bei der Arbeit ab: flache Spuren, leichtes Rollen und 5000 Betriebsstunden Lebensdauer erreichen die Premiummarken. Wer mit 4000 Betriebsstunden kalkuliert, kann mit preiswerteren Radialreifen kostengünstig arbeiten. Auch die Reparatur und das Recycling intakter Reifen und Karkassen tragen zum besseren Umweltschutz bei und verbessern die Wirtschaftlichkeit. Abgenutzte oder beschädigte Reifen der führenden Hersteller werden als intakte Karkasse repariert und preiswert aufgearbeitet, zum Beispiel von www.oboreifen.de.

Ein Drittel mehr Bodenkontaktfläche halbiert die Spurtiefe. Daher sollte man beim Neukauf von Reifen auf die Kennzeichnung „IF“ oder „VF“ achten. Diese Reifen sind flexibler, federn stärker ein, halten länger und prägen flachere Fahrspuren. IF-/VF-Reifen können bei gleicher Radlast mit niedrigerem und somit bodenschonendem Reifendruck arbeiten.

Bei wem kauft man Landwirtschaftsreifen?

Die fundierte Reifenwahl ist eine Frage der Anforderungen im Betrieb: Wie viele Betriebsstunden fährt man in welchem Gelände, wie viel Straßenanteil ist dabei und welche Erntegüter, Düngemittel, Spritzmittel etc. sind mit welcher Last zu bewegen? Weitere Kriterien bei der Reifenauswahl sind genutzte Arbeitsbreiten, Lenksysteme und das Gelände.
Reifenwissen ist Expertenwissen, und beim Fachhändler gehören eine fundierte Beratung und die richtige Montage zum Kauf des Qualitätsreifens, wie auch die fachkundige Pannenhilfe oder ein gängiges Ersatzrad. Bis zu einem Drittel der Reifen erleidet bereits Beschädigungen beim falschen Montieren. Deswegen sollte der Weg zum guten Reifenhändler führen.