Pilotprojekt

Gurkenwasser im Winterdienst

Pressemitteilung
am Mittwoch, 17.02.2021 - 17:12

Straßenmeistereien in Niederbayern sparen 140 Tonnen Salz und 1 Million Liter Wasser.

Gurkenprojekt

Gurkenwasser als Sole-Ersatz im Winterdienst: Dieses Pilotprojekt haben das Bayerische Verkehrsministerium und die Firma Develey im vergangenen Winter in Niederbayern gestartet.

„Erste Testergebnisse beweisen, dass die Gurken-Sole ein gleichwertiger Ersatz für die bisher an den Meistereien in Eigenproduktion hergestellte Sole ist“, erklärt Verkehrsministerin Kerstin Schreyer. „Wir haben das Projekt deshalb in diesem Winter ausgeweitet und sparen an den Straßenmeistereien rund um Dingolfing rund 140 Tonnen Salz und knapp eine Million Liter Wasser ein.“

Schon seit einigen Jahren nutzt der Freistaat Bayern überwiegend flüssige Salzsole im präventiven Winterdienst, weil diese besser auf der Straße haftet und der Salzverbrauch so wesentlich reduziert wird. Die Sole wird im Regelfall an den Straßenmeistereien selbst hergestellt. Rund um Dingolfing stellt Develey seit vergangenem Winter Salzwasser zur Verfügung, das bei der Produktion von Salzgurken anfällt und normalerweise über eine Kläranlage entsorgt werden muss.

Fokus auf Prozessabläufe

In diesem Winter liegt der Fokus auf der Optimierung von Prozessablauf und Lieferketten: Der neue Produktionszweig muss in die internen Prozessabläufe bei der Gurkenverarbeitung integriert werden.

Außerdem wird der Prozess der Soleübergabe vom Develey-Werk in Dingolfing zu den Meistereien des Staatlichen Bauamtes Landshut vertieft analysiert und optimiert, da an den Meistereien je nach Witterungslage im Winterdienst täglich sehr unterschiedliche Solemengen benötigt werden.

Wenn die Optimierungen gelingen, könnte das Projekt in Zukunft auf weitere Straßenmeistereien, kommunale Institutionen und Betriebe ausgeweitet werden. Allein an den Straßen- und Autobahnmeistereien in einem Umkreis von etwa 85 Kilometern rund um Dingolfing könnten perspektivisch fast fünf Millionen Liter Wasser und 700 Tonnen Salz pro Winter eingespart werden.

Neben wirtschaftlichen Vorteilen hat dies auch viele Vorteile für die Umwelt. Denn ein zu großer Salzeintrag schadet Böden, Pflanzen und Tieren und führt zu Schäden an Autos und Gebäuden.

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