Bilanz 2020

Weniger Treibhausgase aus der Landwirtschaft

Klimawandel
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 16.03.2021 - 15:03

Die Agrarbranche reduziert 2020 erneut ihre CO2-Emissionen und unterbietet die Vorgabe von 70 Mio. t CO2-Äquivalente um rund 4 Mio. t.

Treibhausgase

Das Umweltbundesamt hat heute die neuen Zahlen zu den Treibhausgasemissionen Deutschlands bekannt gegeben. Insgesamt sind die Emissionen in Deutschland im Jahr 2020 um 8,1 Prozent gesunken – von 805 auf 740 Millionen Tonnen CO2- Äquivalente. Die Landwirtschaft hatte an den Gesamtemissionen einen Anteil von knapp neun Prozent: Gegenüber 2019 sind die klimarelevanten Emissionen der Landwirtschaft um 2,2 Prozent auf rund 66 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gesunken.

Landwirtschaft erfüllt ihre Klimaschutzverpflichtungen

Treibhausgase

Im Vergleich zum Jahr 1990 ist das ein Rückgang von fast 24 Prozent. Das bedeutet, dass die Landwirtschaft ihre Klimaschutzverpflichtungen gemäß Klimaschutzgesetz voll erfüllt. Als Sektorziel für 2020 war im Gesetz ein Basiswert von 70 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten festgelegt. 2021 darf die Landwirtschaft nach dem Klimaschutzgesetz dann noch 68 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten an Treibhausgasen freisetzen – auch dieser Wert wird bereits jetzt unterschritten.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sieht sich auf dem richtingen Weg: „Der Rückgang der Treibhausgasemissionen ist ein deutlicher Beleg dafür, dass wir die Weichen richtig gestellt haben: etwa mit unserer Förderung modernster Technik, mit Forschung oder den Empfehlungen unserer Ackerbaustrategie. Nicht mit reiner Theorie erreicht man die Klimaziele, sondern mit angewandter Praxis." Außerdem seien die Land- und Forstwirtschaft die einzigen Wirtschaftssektoren, die Kohlenstoff speichern können. Die Branche sei damit Teil der Lösung.

Ebenso klar sei, dass Lebensmittel nicht produziert werden können, ohne dass Emissionen freigesetzt werden.  Ziel sei, diese zu reduzieren. Dies würden die Zahlen belegen.

Treibhausgas-Senke: Landnutzung und Forst

Neben den landwirtschaftlichen Emissionen berichtet das Umweltbundesamt auch über die Speicherung von Kohlenstoff (Treibhausgas-Senkenfunktion) durch Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (LULUCF). Dieser Sektor war 2020 eine Nettosenke mit 16,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Sie hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht vergrößert. Die Grundlage der vom Umweltbundesamt vorgelegten Zahlen im Landwirtschafts- und LULUCF-Sektor sind Berechnungen des Thünen-Institutes.

Einfluss der Corona-Pandemie

Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. geht davon aus, dass rund ein Drittel der Gesamtminderungen von 70 Mio. t auf die Folgen der Corona-Pandemie zurückzuführen ist. "Für die Zukunft bedeutet das, dass in allen Sektoren die Energiewende verstärkt voranzutreiben ist, und besonders der Gebäudesektor als Schlusslicht auf dem Weg zur Klimaneutralität aufzuholen hat“, so Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE). Ganz besonderes Augenmerk müsse nun daraufgelegt werden, dass die errungenen Fortschritte im Klimaschutz durch den notwendigen Konjunkturaufschwung nicht aufgefressen werden.

Der Minderungseffekt auf die Landwirtschaft dürfte hingegen gering ausfallen. Dieser Sektor hat unverändert weiterproduziert als der Großteil der restlichen Wirtschaftsbereiche Lockdown-bedingt heruntergefahren wurde.