Erneuerbare Energie

Solarenergie: Zuschlag für fast die Hälfte der Anlagen in Bayern

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 05.01.2021 - 08:42

Im vergangenen Jahr bekamen über 200 Solaranlagen den Zuschlag. Ein Großteil wurde auf Acker- und Grünland gebaut.

Solaranlage-Freifläche

Nach Auffassung von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) untermauert Bayern seine Spitzenposition beim Solarausbau. Das Land komme bei den im Aktionsprogramm Energie festgelegten Photovoltaik-Ausbauzielen gut voran. Insgesamt wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 416 neue Projekte mit einer Leistung von 2.402,6 Megawatt bezuschlagt. Mit 203 Anlagen ist knapp die Hälfte der Projekte im Freistaat geplant.

„Maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen hat die von mir erfolgreich durchgesetzte Ausweitung des bayerischen Kontingents für PV-Freiflächenanlagen auf Acker- und Grünflächen in landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten", so der Wirtschaftsminister. Seit November 2018 seien so knapp 800 Megawatt zusätzliche Solarleistung in den Freistaat geholt werden.

Die bayerischen Kontingente wurden in einem ersten Schritt 2019 von 30 auf 70 und in einem zweiten Schritt im Juli 2020 auf 200 Anlagen erhöht. Dies hatte bei den Ausschreibungen 2019 eine zusätzliche bezuschlagte Solarstromleistung von 264 Megawatt und 2020 von 530 Megawatt zur Folge.

 „Auch die letzte im Jahr 2020 durchgeführte Ausschreibung für große PV-Anlagen spiegelt die Pole Position des Freistaats wider“, meint Aiwanger. Von insgesamt 45 am 1. Dezember 2020 bezuschlagten Geboten entfielen 21 auf Bayern. Bayern ist damit das Bundesland mit den meisten bewilligten PV-Freiflächenanlagen der Ausschreibungsrunde.

Ende 2020 gab es damit nochmal 13 Zuschläge für Projekte auf Acker- und Grünflächen in benachteiligten Gebieten. Insgesamt konnten in Bayern von den 200 möglichen Projekten in landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten 123 vergeben werden.

In Bayern leistet die Photovoltaik nach Angaben des Wirtschaftsministeriums mit 12,1 Terawattstunden (Stand 2019) den größten Beitrag bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Aiwanger will diesen Anteil weiter konsequent ausbauen, um die dezentrale Energiewende zu einem Erfolg der Koalition zu machen. 

Flaute bei Windenergie

Bei der Windenergie indes fällt die Bilanz des Wirtschaftsministers deutlich bescheidener aus. So hatte der Landtag auf Betreiben der Regierung erst Mitte des Jahres den Bestandsschutz von rund 38 Windenergieanlagen versagt, weil sie nachträglich die 10H-Abstandsregel einhalten müssen. Dennoch sieht das Aiwangers Aktionsprogramm bis 2022 den Bau von bis zu 300 Windrädern vor. Die Branche hält das aber für utopisch, bei diesen bürokratischen Hürden.