Energie

Silphie kann mit Mais konkurrieren

Agra-Europe
am Dienstag, 18.02.2020 - 08:44

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe weist auf Vorzüge der Durchwachsenen Silphie beim Einsatz als Energiepflanze hin.

Gülzow - Auf die Vorzüge der Durchwachsenen Silphie beim Einsatz als Energiepflanze hat die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) hingewiesen. Wie die FNR berichtete, konnten das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR), die N.L. Chrestensen Samenzucht und Produktion GmbH und die Universität Bonn durch die Auswertung von Langzeituntersuchungen belegen, dass die Erträge der Silphie über viele Jahre vergleichsweise konstant bleiben und selbst deutlich über zehn Jahre alte Bestände bislang keine signifikanten Ertragsrückgänge zeigen.

Bereits bei zehnjähriger Nutzungsdauer sei die blütenreiche Dauerkultur dem Mais hinsichtlich der Kosten für Frisch- und Trockenmasse im langjährigen Durchschnitt überlegen; zudem komme die Pflanze mit wechselnden klimatischen Verhältnissen relativ gut zurecht. Allerdings reichten ihre Methanerträge nicht an die des Maises heran, woraus sich rechnerisch leichte Aufschläge für die Rohstoffkosten bei Biogas ergäben.

Silphie auf rund 3000 ha

Nach Angaben der FNR ist die Silphie ein guter Stickstoffverwerter und als solcher in der Lage, ihren Bedarf aus Gärresten zu decken. Langzeitvergleiche zwischen mineralischer und Gärrestdüngung hätten keine signifikanten Ertragsunterschiede offenbart, sodass sich ein Verzicht auf Mineraldünger durch organische Düngemittel gut ausgleichen lasse.

Belastbare Erfahrungen gibt es der Fachagentur zufolge inzwischen auch bezüglich der Kosten für die Anlage der Bestände. Es zeichne sich ab, dass Standorte mit ausreichender Wasserversorgung bei der gemeinsamen Aussaat von Silphie und Mais auch im ersten Jahr bereits gute Erträge lieferten. In niederschlagsärmeren Regionen sei aus ökonomischer Sicht eher die alleinige Aussaat der Silphie vorzuziehen, auch wenn auf verwertbare Erträge im ersten Jahr verzichtet werden müsse.

Interessant ist der Anbau der Silphie laut FNR vor allem für Landwirte, deren Biogasanlagen noch hinreichend lange über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet werden. Diese Betriebe könnten nicht nur ihre Substratbeschaffung diversifizieren und viel für Natur und Umwelt leisten, sondern die ökologischen Vorzüge entsprechender Bestände zumindest beim Greening geltend machen. In Deutschland wird die Silphie nach FNR-Angaben zufolge bei steigender Tendenz mittlerweile auf rund 3 000 ha angebaut.