Auflagen

Photovoltaik – Registrierung von Bestandsanlagen

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Ulrich Graf
am Freitag, 20.09.2019 - 11:12

Seit dem 31. Januar 2019 ist das digitale Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur online. Damit ergibt sich für Marktakteure wie Photovoltaikanlagen-Betreiber die Verpflichtung zur Neuregistrierung.

Eingetragen werden muss jede Photovoltaikanlage mit einem Anschluss an das öffentliche Stromnetz. Die Registrierungspflicht gilt auch dann, wenn für den Strom aus der Anlage keine Förderung gewährt oder in Anspruch genommen wird. Damit ist klar, dass alle landwirtschaftlichen Photovoltaik-Bestandsanlagen neu im digitalen Marktstammdatenregister registriert werden müssen. Grund für die erneute Registrierung altgedienter Erzeugungsanlagen ist die Datenschutzgrundverordnung. Obwohl jede Photovoltaikanlage bei Inbetriebnahme bereits registriert wurde, verbietet die Datenschutzgrundverordnung die Übernahme der bestehenden Daten aus unterschiedlichen Quellen. Betreiber müssen die Registrierung aber nicht persönlich vornehmen, sie können diese Aufgabe an andere Personen oder Dienstleister delegieren. Dazu bedarf es lediglich einer Vollmacht. 

Pflichten der Anlagenbetreiber

Die Pflichten der Anlagenbetreiber lassen sich in drei Punkten zusammenfassen:

  1. Betreiber müssen sich selbst registrieren und die Anlagendaten eingeben.
  2. Alle Daten sind aktuell zu halten.
  3. Eine neue Registrierung im Marktstammdatenregister ist auch dann erforderlich, wenn die Anlage bereits in einem der Register der Bundesnetzagentur registriert war.

Bürokratischer Aufwand soll reduziert werden

Neben der Datenqualität für die Planung der Energiewende soll sich auch der bürokratische Aufwand für Anlagenbetreiber reduzieren. Mussten Betreiber Anlagendaten bisher in unterschiedlichen, untereinander nicht abgestimmten Registern erfassen, werden in Zukunft mehrfache Registrierungen und Datenpflege an verschiedenen Stellen entfallen. Außerdem wird durch die zentrale Erfassung auf einem Portal der Meldevorgang vereinheitlicht und dadurch vereinfacht, so die Bundesnetzagentur.

Mit der Einführung des neuen Registers wurden alle anderen Registrierungswege abgeschaltet. Ganz wichtig: Installateure sind für die Meldung im digitalen Register nicht verantwortlich. Verantwortlich für die Meldung ist allein der Marktakteur, also der Betreiber, nicht der Installateur. Installateure können die Registrierung im Auftrag des Kunden durchführen, benötigen aber eine Vollmacht. Es kann auch eine Servicepauschale anfallen.

Fristen beachten

Um keine Ausfälle bei Zahlungen zu riskieren, müssen die in der Verordnung vorgegebenen Registrierungspflichten beachtet werden. Diese sind:

  • Für EEG- und KWK-Anlagen, die vor dem 1. Juli 2017 installiert wurden, spätestens der 31. Januar 2021, also 24 Monate nach Start des Webportals.
  • Für EEG- und KWK-Anlagen, die ab dem 1. Juli 2017 installiert wurden, war es spätestens der 31. Juli 2019. Diese Frist ist bereits verstrichen. Es empfiehlt sich eine schnellstmögliche Registrierung vorzunehmen, um mögliche Ausfälle bei Zahlungen gering zu halten.

Landwirte, die Photovoltaikanlagen betreiben und diese noch nicht im zentralen Marktstammdatenregister eingetragen haben, sollten ihre Anlagen zeitnah registrieren, spätestens jedoch bis zum 31. Januar 2021. Für Anlagen, die ab dem 1. Juli 2017 installiert worden sind, ist die Frist bereits verstrichen. Eine direkte Ansprache von Anlagenbetreibern, um auf die notwendige Neuregistrierung hinzuweisen, ist der Bundesnetzagentur nach eigenen Angaben aus Datenschutzgründen untersagt.

Anlagen-Registrierung unter: www.marktstammdatenregister.de/MaStR

Auf der EnergyDecentral, der Partnermesse der EuroTier, bieten DLG-Experten Tipps für die Praxis an. Das Thema „Photovoltaik in der Landwirtschaft“ wird ein fachlicher Schwerpunkt sein. Die Messe findet vom 17. bis 20. November 2020 in Hannover statt.